Mit dem Rundschreiben Nr. 48/2026 vom 13. Juli 2026 hat die UEFA die Ausschüttungsbeträge für die Saison 2026/27 final bestätigt. Für die Conference League bedeutet das: 285 Millionen Euro fließen an die 36 Klubs der Ligaphase.
Das ist der kleinste der drei Töpfe – und zugleich der einzige, dessen Verteilungslogik bewusst von der Systematik der beiden größeren Wettbewerbe abweicht. Die Conference League verteilt einen deutlich höheren Anteil gleichmäßig und einen deutlich geringeren Anteil nach Medienmarkt und Koeffizient.
Für viele Teilnehmer ist der Wettbewerb wirtschaftlich existenziell. Ein Klub aus einer mittelgroßen Liga kann hier ein Vielfaches seines nationalen TV-Erlöses einnehmen. Genau deshalb lohnt sich der genaue Blick auf die Mechanik.
Dieser Beitrag zerlegt die Verteilung vollständig – von der Bruttoerlösschwelle über die drei Säulen bis zu den Rechenbeispielen für Sieger, Mittelfeld und Ausscheider.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Conference League erhält 285 Millionen Euro, also 8,60 Prozent der 3,317 Milliarden Euro, die insgesamt an Klubs ausgeschüttet werden.
- Das Startgeld beträgt 3,17 Millionen Euro je Klub – für alle 36 identisch.
- Die Ligaphase umfasst nur sechs statt acht Spiele. Das ist der zentrale strukturelle Unterschied zu den beiden anderen Wettbewerben.
- Ein Sieg bringt 400.000 Euro, ein Remis 133.000 Euro.
- Der Value Pillar umfasst nur 57 Millionen Euro und damit 20 statt 35 Prozent der Ausschüttung.
- Das theoretische Maximum für einen Titelgewinner liegt bei rund 21,7 Millionen Euro, das Minimum bei rund 3,28 Millionen Euro.
- Alle 36 Teilnehmer kommen über die Qualifikation, keiner ist direkt gesetzt.
1. Vom Bruttoerlös zur Ausschüttung
Die UEFA kalkuliert nicht mit einem festen Preisgeldtopf, sondern mit einer angenommenen Erlösschwelle. Für 2026/27 liegt diese bei 4,4 Milliarden Euro aus der zentralen Vermarktung aller drei Klubwettbewerbe plus Supercup.
Davon gehen zunächst mehrere Positionen ab:
| Position | Betrag | Anteil |
|---|---|---|
| Organisations- und Verwaltungskosten | 387 Mio. € | 8,8 % |
| Zahlungen an Klubs in der Qualifikation | 132 Mio. € | 3,0 % |
| Solidaritätszahlungen an Nicht-Teilnehmer | 308 Mio. € | 7,0 % |
| Women’s Champions League | 22 Mio. € | 0,5 % |
| UEFA Youth League | 3 Mio. € | 0,1 % |
| Nettoerlös | 3,548 Mrd. € |
Vom Nettoerlös erhalten die Klubs 93,5 Prozent, die UEFA behält 6,5 Prozent für die Förderung des europäischen Fußballs. Damit stehen 3,317 Milliarden Euro zur Verteilung bereit:
| Wettbewerb | Betrag | Anteil |
|---|---|---|
| Champions League inkl. Supercup | 2.467 Mio. € | 74,38 % |
| Europa League | 565 Mio. € | 17,02 % |
| Conference League | 285 Mio. € | 8,60 % |
2. Die drei Säulen – hier weicht die Conference League ab
Während Champions und Europa League identische Säulengewichtungen verwenden, geht die Conference League einen eigenen Weg:
| Säule | Conference League | Europa League | Champions League |
|---|---|---|---|
| Gleiche Anteile (Startgeld) | 40 % · 114 Mio. € | 27,5 % · 155 Mio. € | 27,5 % · 670 Mio. € |
| Leistungsbezogene Prämien | 40 % · 114 Mio. € | 37,5 % · 212 Mio. € | 37,5 % · 914 Mio. € |
| Value Pillar | 20 % · 57 Mio. € | 35 % · 198 Mio. € | 35 % · 853 Mio. € |
Das ist die zentrale Designentscheidung des Wettbewerbs. Der Anteil, der unabhängig von Herkunft und Historie gleichmäßig verteilt wird, steigt von 27,5 auf 40 Prozent. Der Anteil, der an Medienmarkt und Koeffizient hängt, sinkt von 35 auf 20 Prozent.
Die Begründung liegt auf der Hand: In der Conference League spielen überwiegend Klubs aus Ländern mit kleinen Medienmärkten. Ein Value Pillar mit 35 Prozent Gewicht hätte hier kaum etwas zu verteilen gehabt, aber die wenigen Teilnehmer aus großen Ligen überproportional bevorzugt.
3. Säule 1: Das Startgeld
Jeder der 36 Klubs, der die Ligaphase erreicht, erhält 3,17 Millionen Euro.
| Komponente | Betrag | Termin |
|---|---|---|
| Abschlagszahlung | 3.050.000 € | 25. September 2026 |
| Restbetrag | 120.000 € | Oktober 2027 |
Der zurückbehaltene Restbetrag dient der UEFA als Puffer für den Fall, dass die tatsächlichen Einnahmen hinter der Kalkulation zurückbleiben.
Für viele Teilnehmer ist diese eine Zahlung der wirtschaftlich bedeutsamste Vorgang des gesamten Geschäftsjahres. Bei Klubs aus kleineren Ligen übersteigt das Startgeld regelmäßig den kompletten nationalen Medienerlös – teilweise um ein Mehrfaches.
4. Säule 2: Die leistungsbezogenen Prämien
Diese Säule umfasst 114 Millionen Euro und zerfällt in vier Bausteine.
4.1 Prämien für Spielergebnisse
Der entscheidende Unterschied: Die Ligaphase der Conference League umfasst nur sechs Spieltage, nicht acht.
| Ergebnis | Betrag je Klub |
|---|---|
| Sieg | 400.000 € |
| Remis | 133.000 € |
| Niederlage | 0 € |
Der Topf beträgt 43,2 Millionen Euro – das entspricht exakt 108 Ligaphasen-Partien zu je 400.000 Euro.
Die verkürzte Ligaphase begrenzt das Verdienstpotenzial spürbar: Ein Klub kann maximal 2,4 Millionen Euro über Siege einnehmen, gegenüber 3,6 Millionen in der Europa League und 16,8 Millionen in der Champions League.
4.2 Der Remis-Mechanismus
Bei einem Sieg fließen 400.000 Euro. Bei einem Remis erhalten beide Klubs zusammen nur 266.000 Euro. Die Differenz von 133.000 Euro verfällt nicht, sondern wandert in den Rangbonus der Ligaphase.
Die UEFA formuliert das ausdrücklich so: Ersparnisse aus Unentschieden erhöhen proportional den Anfangswert der Anteile, die auf jede Tabellenposition verteilt werden.
Ein Rechenbeispiel: Enden 22 der 108 Ligaphasen-Partien unentschieden, fließen 2,93 Millionen Euro zusätzlich in den Rangbonus. Der Anteilswert steigt von 28.000 auf rund 32.400 Euro – der Tabellenerste erhält statt 1,008 Millionen Euro rund 1,17 Millionen Euro.
Weil der Rangbonus degressiv nach Platzierung verteilt wird, verschiebt sich in einer remisreichen Saison Geld von den Unentschieden-Spielern zu den Tabellenführern.
4.3 Der Rangbonus der Ligaphase
Für die Abschlussplatzierung stehen 18,65 Millionen Euro bereit. Der Topf wird in 666 gleiche Anteile geteilt – die Summe 1+2+3+…+36.
Der Tabellenletzte erhält einen Anteil, jede Position darüber einen zusätzlichen, der Tabellenerste 36 Anteile. Ein Anteil ist im Ausgangswert 28.000 Euro wert.
| Platz | Anteile | Betrag (Basiswert) |
|---|---|---|
| 1 | 36 | 1.008.000 € |
| 2 | 35 | 980.000 € |
| 4 | 33 | 924.000 € |
| 8 | 29 | 812.000 € |
| 12 | 25 | 700.000 € |
| 16 | 21 | 588.000 € |
| 20 | 17 | 476.000 € |
| 24 | 13 | 364.000 € |
| 28 | 9 | 252.000 € |
| 32 | 5 | 140.000 € |
| 36 | 1 | 28.000 € |
Jeder Tabellenplatz ist damit 28.000 Euro wert.
4.4 Der Platzierungsbonus
| Platzierung | Zusatzbetrag |
|---|---|
| Plätze 1 bis 8 | 400.000 € |
| Plätze 9 bis 16 | 200.000 € |
| Plätze 17 bis 36 | 0 € |
Gesamttopf: 4,8 Millionen Euro.
4.5 Die K.-o.-Staffel
Ab Februar 2027 wird kumulativ ausgeschüttet.
| Runde | Betrag je Klub | Gesamttopf |
|---|---|---|
| K.-o.-Play-offs | 200.000 € | 3,2 Mio. € |
| Achtelfinale | 800.000 € | 12,8 Mio. € |
| Viertelfinale | 1.300.000 € | 10,4 Mio. € |
| Halbfinale | 2.500.000 € | 10 Mio. € |
| Finale | 4.000.000 € | 8 Mio. € |
| Titelgewinn | 3.000.000 € | 3 Mio. € |
Die Play-off-Prämie erhalten nur die Klubs auf den Rängen 9 bis 24. Wer als Top-8-Team direkt ins Achtelfinale einzieht, überspringt diese Zahlung.
Bemerkenswert ist die Gewichtung: Der K.-o.-Weg vom Achtelfinale bis zum Titel bringt 11,6 Millionen Euro – mehr als das Dreieinhalbfache des Startgeldes. In der Conference League ist der sportliche Durchmarsch damit relativ wertvoller als in den größeren Wettbewerben, wo der Value Pillar einen Großteil der Spreizung erzeugt.
5. Säule 3: Der Value Pillar
Mit 57 Millionen Euro ist der Value Pillar in der Conference League die kleinste Säule – anders als in den beiden anderen Wettbewerben, wo er die zweitgrößte ist.
| Teil | Betrag | Verteilungsschlüssel |
|---|---|---|
| Europäischer Teil | 42,0 Mio. € | Mittelwert aus Marktwert- und Koeffizienten-Ranking |
| Nicht-europäischer Teil | 15,3 Mio. € | Zehnjahres-Koeffizient |
Die Aufteilung zwischen europäischem und nicht-europäischem Teil basiert auf dem tatsächlichen Ergebnis der gemeinsam mit der Europa League vermarkteten Medienrechte.
5.1 Der europäische Teil
Hier greifen zwei Teilrankings ineinander.
Erstes Teilranking – der Marktwert. Die UEFA rankt zunächst die Länder nach dem Beitrag ihrer nationalen Broadcaster zum Medienerlös des Wettbewerbs. Die Klubs belegen anschließend geschlossen die Positionen, die ihr Land garantiert.
Die interne Reihenfolge innerhalb eines Landes richtet sich nach der Teilnahme an den Gruppen- beziehungsweise Ligaphasen der vergangenen fünf Saisons:
| Wettbewerb | Punkte je Saison |
|---|---|
| Champions League | 3 |
| Europa League | 2 |
| Conference League | 1 |
Bei Punktgleichheit wird die Betrachtung um bis zu fünf weitere Saisons zurück verlängert. Bleibt es dabei, entscheidet die nationale Meisterschaftsplatzierung der Vorsaison.
Zweites Teilranking – der Koeffizient. Parallel entsteht eine Rangliste von 1 bis 36 nach dem Fünfjahres-UEFA-Klubkoeffizienten zu Saisonbeginn. Das Gesamtranking ergibt sich aus dem Mittelwert beider Positionen.
5.2 Der nicht-europäische Teil
Verteilt wird ausschließlich nach dem Zehnjahres-Koeffizienten der 36 Teilnehmer. Bonuspunkte für frühere Titelgewinne werden nicht angerechnet.
5.3 Die Beträge je Position
| Anteilswert | Betrag |
|---|---|
| Europäischer Teil, je Anteil | 63.000 € |
| Nicht-europäischer Teil, je Anteil | 23.000 € |
| Summe je Anteil | 86.000 € |
| Rang | Anteile | Europäischer Teil | Nicht-europäisch | Summe bei identischem Rang |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 36 | 2.268.000 € | 828.000 € | 3.096.000 € |
| 2 | 35 | 2.205.000 € | 805.000 € | 3.010.000 € |
| 4 | 33 | 2.079.000 € | 759.000 € | 2.838.000 € |
| 6 | 31 | 1.953.000 € | 713.000 € | 2.666.000 € |
| 8 | 29 | 1.827.000 € | 667.000 € | 2.494.000 € |
| 10 | 27 | 1.701.000 € | 621.000 € | 2.322.000 € |
| 12 | 25 | 1.575.000 € | 575.000 € | 2.150.000 € |
| 14 | 23 | 1.449.000 € | 529.000 € | 1.978.000 € |
| 16 | 21 | 1.323.000 € | 483.000 € | 1.806.000 € |
| 18 | 19 | 1.197.000 € | 437.000 € | 1.634.000 € |
| 20 | 17 | 1.071.000 € | 391.000 € | 1.462.000 € |
| 22 | 15 | 945.000 € | 345.000 € | 1.290.000 € |
| 24 | 13 | 819.000 € | 299.000 € | 1.118.000 € |
| 26 | 11 | 693.000 € | 253.000 € | 946.000 € |
| 28 | 9 | 567.000 € | 207.000 € | 774.000 € |
| 30 | 7 | 441.000 € | 161.000 € | 602.000 € |
| 32 | 5 | 315.000 € | 115.000 € | 430.000 € |
| 34 | 3 | 189.000 € | 69.000 € | 258.000 € |
| 36 | 1 | 63.000 € | 23.000 € | 86.000 € |
Wichtiger Hinweis zur letzten Spalte: Sie unterstellt in beiden Teilrankings denselben Rang. In der Praxis weichen europäischer und nicht-europäischer Rang eines Klubs regelmäßig voneinander ab. Für belastbare Modellrechnungen braucht es zwei getrennte Rangvariablen je Klub.
6. Rechenbeispiele
6.1 Das theoretische Maximum
Ein Klub, der die Ligaphase mit sechs Siegen als Tabellenerster abschließt, den Titel gewinnt und in beiden Value-Pillar-Rankings die Spitzenposition belegt:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Startgeld | 3.170.000 € |
| 6 Siege à 400.000 € | 2.400.000 € |
| Rangbonus Platz 1 (Basiswert) | 1.008.000 € |
| Platzierungsbonus Top 8 | 400.000 € |
| Achtelfinale | 800.000 € |
| Viertelfinale | 1.300.000 € |
| Halbfinale | 2.500.000 € |
| Finale | 4.000.000 € |
| Titelgewinn | 3.000.000 € |
| Value Pillar (Rang 1 in beiden Teilen) | 3.096.000 € |
| Summe | 21.674.000 € |
Die Play-off-Prämie von 200.000 Euro entfällt, weil ein Tabellenerster direkt ins Achtelfinale einzieht.
Ein realistischer Korridor für den Titelgewinner liegt bei 16 bis 19 Millionen Euro, weil kaum ein Klub gleichzeitig sechs Siege und die Spitzenposition im Value Pillar erreicht.
6.2 Ein Mittelfeldklub
Platz 18 in der Ligaphase, zwei Siege, zwei Remis, danach ausgeschieden. Angenommene Value-Pillar-Ränge: 20 im europäischen, 22 im nicht-europäischen Teil.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Startgeld | 3.170.000 € |
| 2 Siege | 800.000 € |
| 2 Remis | 266.000 € |
| Rangbonus Platz 18 | 532.000 € |
| Platzierungsbonus | 0 € |
| Value Pillar | 1.416.000 € |
| Summe | 6.184.000 € |
6.3 Das Minimum
Platz 36, sechs Niederlagen, letzter Rang in beiden Value-Pillar-Rankings:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Startgeld | 3.170.000 € |
| Rangbonus Platz 36 | 28.000 € |
| Value Pillar | 86.000 € |
| Summe | 3.284.000 € |
Die Spannweite zwischen bestem und schlechtestem Fall beträgt rund 18,4 Millionen Euro. Das Verhältnis von Maximum zu Minimum liegt bei etwa 6,6 zu 1.
Zum Vergleich: In der Europa League liegt dieses Verhältnis bei rund 9,3 zu 1, in der Champions League bei rund 7,8 zu 1. Die Conference League ist damit tatsächlich der ausgeglichenste der drei Wettbewerbe – genau wie es die Säulengewichtung nahelegt.
7. Zahlungstermine
| Datum | Zahlung |
|---|---|
| 25. September 2026 | Startgeld-Abschlag (3,05 Mio. €) und 75 % des Value Pillar |
| 20. November 2026 | Prämien Spieltage 1 bis 3 |
| 15. Januar 2027 | Prämien Spieltage 4 bis 6, Rangbonus, Platzierungsbonus |
| Frühjahr 2027 | K.-o.-Prämien, rundenweise |
| Juni 2027 | Finale, Titelprämie, restliche 25 % des Value Pillar |
| Oktober 2027 | Startgeld-Restbetrag und etwaiger Überschussanteil |
Die Frontlastigkeit ist in der Conference League besonders ausgeprägt. Ein Klub mit einem Value Pillar von 1,5 Millionen Euro erhält am 25. September 3,05 Millionen Startgeld plus 1,125 Millionen Value Pillar – also 4,175 Millionen Euro, bevor die Ligaphase überhaupt begonnen hat. Sie startet erst am 15. Oktober.
Für Klubs mit knapper Liquidität ist das ein erheblicher Vorteil: Der Großteil des Geldes ist gesichert, bevor das sportliche Risiko überhaupt eintritt.
8. Qualifikation und Solidarität
8.1 Die Qualifikationsrunden
Für alle Klubs, die den Sprung in eine Ligaphase nicht schaffen, stehen wettbewerbsübergreifend 132 Millionen Euro bereit.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Je gespielter Qualifikationsrunde | 175.000 € |
| Ausscheiden in Q1 | 150.000 € |
| Ausscheiden in Q2 | 350.000 € |
| Ausscheiden in Q3 | 550.000 € |
| Ausscheiden in den Play-offs | 750.000 € |
| Zuschlag nationaler Meister ohne Ligaphase | 260.000 € |
Für die Conference League ist dieser Abschnitt besonders relevant, denn hier endet der Weg tatsächlich. Alle in der Qualifikation gescheiterten Klubs beenden ihren europäischen Lauf formal in der Conference League – unabhängig davon, in welchem Wettbewerb sie gestartet sind. Wer im Conference-League-Play-off verliert, hat keinen weiteren Auffangwettbewerb.
Rechenbeispiele für Play-off-Verlierer:
| Startpunkt | Gespielte Runden | Rundenpauschalen | Ausscheidensprämie | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Conference League Q1 | 4 | 700.000 € | 750.000 € | 1.450.000 € |
| Conference League Q2 | 3 | 525.000 € | 750.000 € | 1.275.000 € |
| Conference League Q3 | 2 | 350.000 € | 750.000 € | 1.100.000 € |
Der Differenzbetrag zwischen dem 132-Millionen-Topf und der tatsächlich ausgezahlten Summe wird unter den Qualifikationsteilnehmern umverteilt. Die effektiven Beträge liegen daher regelmäßig über den Nominalwerten – wie deutlich, veröffentlicht die UEFA erst nachträglich. Das ist der Hauptgrund, warum publizierte Qualifikationszahlen und später testierte Klubabschlüsse auseinanderfallen.
8.2 Solidaritätszahlungen
308 Millionen Euro gehen über die Nationalverbände an Klubs, die überhaupt nicht am Europapokal teilnehmen. Die Detailverteilung regelt eine Aktualisierung des Rundschreibens 72/2025.
9. Format und Termine 2026/27
Die Conference League ist der einzige der drei Wettbewerbe, in dem kein Klub direkt für die Ligaphase gesetzt ist. Alle 36 Teilnehmer müssen sich über die Qualifikation durchsetzen – entweder über den eigenen Pfad oder als Absteiger aus Champions- und Europa-League-Qualifikation.
Titelverteidiger Crystal Palace tritt nicht an: Der Sieger des Finales 2026 in Leipzig hat sich für die Europa League qualifiziert.
| Runde | Termin |
|---|---|
| Qualifikation | 9. Juli bis 27. August 2026 |
| Auslosung Ligaphase | 28. August 2026 |
| Spieltag 1 | 15. Oktober 2026 |
| Spieltag 2 | 22. Oktober 2026 |
| Spieltag 3 | 5. November 2026 |
| Spieltag 4 | 26. November 2026 |
| Spieltag 5 | 10. Dezember 2026 |
| Spieltag 6 | 17. Dezember 2026 |
| K.-o.-Play-offs | 18. und 25. Februar 2027 |
| Achtelfinale | 11. und 18. März 2027 |
| Viertelfinale | 8. und 15. April 2027 |
| Halbfinale | 29. April und 6. Mai 2027 |
| Finale | 2. Juni 2027, Beşiktaş Park Istanbul |
Zum Finalort ein Vorbehalt: Der türkische Verband hat die UEFA gebeten, das Endspiel stattdessen im derzeit im Bau befindlichen neuen Stadion in Ankara auszutragen. Ob das umgesetzt wird, hängt von der rechtzeitigen Fertigstellung ab.
Aus der Bundesliga ist der SC Freiburg als Siebter für die Play-off-Runde qualifiziert.
10. Einordnung: Was das System bewirkt
Solidarität als Konstruktionsprinzip
Die Conference League ist der einzige Wettbewerb, in dem das gleichmäßig verteilte Startgeld die größte Einzelposition für die Mehrheit der Teilnehmer darstellt. Für einen Klub am unteren Ende macht es rund 96 Prozent der Gesamteinnahmen aus, für den Spitzenverdiener immerhin noch 15 Prozent.
Das ist kein Zufall, sondern das erklärte Ziel: Der Wettbewerb soll europäischen Spitzenfußball in Ländern ermöglichen, die in den beiden größeren Bewerben strukturell chancenlos wären.
Die verkürzte Ligaphase hat wirtschaftliche Folgen
Sechs statt acht Spiele bedeuten nicht nur zwei Partien weniger Prämien, sondern auch zwei Heimspiele weniger Ticketing- und Hospitality-Erlöse. Bei einem Klub mit einem Zuschauerschnitt von 20.000 und einem durchschnittlichen Matchday-Erlös von 400.000 Euro pro Heimspiel fehlen damit rund 400.000 Euro gegenüber einem Europa-League-Teilnehmer – zusätzlich zur geringeren zentralen Ausschüttung.
Der K.-o.-Weg ist relativ wertvoller
Weil der Value Pillar nur 20 Prozent ausmacht, entscheidet in der Conference League stärker die sportliche Leistung über die Endsumme. Der Weg vom Achtelfinale bis zum Titel bringt 11,6 Millionen Euro und damit mehr als das Dreieinhalbfache des Startgeldes. In der Champions League ist dieses Verhältnis fast identisch – dort aber wird die Spreizung zusätzlich massiv durch den Value Pillar verstärkt.
Der Sprung nach oben bleibt der eigentliche Preis
Der Conference-League-Sieger qualifiziert sich für die Ligaphase der Europa League 2027/28 – sofern er sich nicht ohnehin national qualifiziert. Allein die Differenz im Startgeld beträgt 1,14 Millionen Euro, über alle Säulen hinweg verdient ein durchschnittlicher Europa-League-Teilnehmer etwa das Doppelte.
Der wirtschaftliche Wert eines Conference-League-Titels liegt damit nicht nur in den drei Millionen Euro Titelprämie, sondern vor allem im Zugang zur nächsthöheren Stufe.
11. Häufige Fragen
Wie viel bekommt der Conference-League-Sieger 2027? Theoretisch bis zu 21,67 Millionen Euro. Realistisch liegt der Wert bei 16 bis 19 Millionen Euro.
Was bekommt ein Klub mindestens? Wer die Ligaphase erreicht und alle sechs Spiele verliert, kommt auf 3,17 Millionen Euro Startgeld, 28.000 Euro Rangbonus und den Value-Pillar-Mindestwert von 86.000 Euro – zusammen rund 3,28 Millionen Euro.
Warum spielt die Conference League nur sechs statt acht Spiele? Die kürzere Ligaphase entlastet den Kalender der Teilnehmer, von denen viele parallel in nationalen Ligen mit engen Terminplänen spielen. Wirtschaftlich bedeutet sie ein geringeres Prämienpotenzial und zwei Heimspiele weniger.
Fließt bei einem Remis Geld an die UEFA zurück? Nein. Die nicht ausgeschütteten 133.000 Euro je Remis-Paarung erhöhen den Rangbonus-Topf und werden nach Tabellenplatz umverteilt.
Was bekommt ein Klub, der in der Qualifikation scheitert? 175.000 Euro je gespielter Runde plus eine Ausscheidensprämie zwischen 150.000 und 750.000 Euro. Nationale Meister erhalten zusätzlich 260.000 Euro.
Warum ist der Value Pillar hier kleiner als in den anderen Wettbewerben? Weil die UEFA die Conference League bewusst solidarischer ausgestaltet hat. Ein Value Pillar mit 35 Prozent Gewicht hätte die wenigen Teilnehmer aus großen Medienmärkten überproportional bevorzugt.
Quellen
- UEFA, Rundschreiben Nr. 48/2026 vom 13. Juli 2026: Ausschüttungssystem der UEFA-Klubwettbewerbe 2026/27
- UEFA.com, Wettbewerbskalender Conference League 2026/27, Stand 10. Juni 2026
- Eigene Berechnungen auf Basis der veröffentlichten Anteilswerte
Stand: 2. August 2026. Sämtliche Beträge sind vorläufig. Die endgültige Ausschüttung hängt nach Angaben der UEFA von den tatsächlich eingegangenen Zahlungen ab.