TV-Gelder Dänemark 2026/27: So werden die Superliga-Millionen verteilt

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Dänemarks 3F Superliga verteilt in der Saison 2026/27 nach Modellrechnung rund 352 Millionen dänische Kronen (etwa 47 Millionen Euro) an ihre zwölf Klubs. Das ist im europäischen Vergleich ein kleiner Betrag – die gesamte Liga bekommt zusammen weniger, als zwei Bundesligisten aus dem Tabellenmittelfeld erhalten. Bemerkenswert ist Dänemark trotzdem: Der Verteilungsschlüssel gehört zu den steilsten in Europa und wird von Saison zu Saison steiler.

Der Medienvertrag: Viaplay und TV 2 bis 2030

Die Grundlage ist ein Sechsjahresvertrag, der zur Saison 2024/25 in Kraft trat und bis zum Ende der Spielzeit 2029/30 läuft. Die Divisionsforeningen – der Verband der 48 Klubs aus den vier höchsten dänischen Spielklassen – vermarktet zentral über die Tochtergesellschaft Superligaen A/S.

Die Rechtestruktur:

PartnerUmfang
Viaplay Group50 % aller Live-Spiele (Viaplay, TV3+, TV3 Sport)
TV 250 % aller Live-Spiele (TV 2 Sport, TV 2 Play)
DRRadio-Live und Highlights (Public Service)
Matchday ProductionZentrale Bildproduktion, über 800 Spiele pro Jahr

 

Die 50/50-Aufteilung ist bewusst symmetrisch: Beide Rechteinhaber bekommen im Wechsel Erst- bis Sechstwahlspiele, allerdings mit fest zugewiesenen Anstoßzeiten. Neu ab 2024 war zudem die zentrale Produktion durch Matchday Production – die Liga kontrolliert seither das Bild selbst, ähnlich wie in der Premier League oder LaLiga.

Der Gesamtwert des Vertrags über alle Ligen hinweg wird in dänischen Medienberichten mit 435 bis 445 Mio. DKK pro Saison angegeben. Das ist eine Steigerung von sechs bis acht Prozent gegenüber dem Vorgängerzyklus. Rund 70 Prozent davon fließen an die Superliga-Klubs, der Rest an die 1. Division sowie an 2. und 3. Division.

Wie viel bekommen die Klubs 2026/27?

Die zentrale Besonderheit des Vertrags: Die Auszahlungssumme steigt jede Saison. Für 2024/25 und 2025/26 sind die Werte belegt, für 2029/30 ebenfalls – die Jahre dazwischen lassen sich linear interpolieren.

SaisonAusschüttung an die 12 Superliga-KlubsStatus
2024/25327 Mio. DKK (≈ 43,8 Mio. €)belegt
2025/26338 Mio. DKK (≈ 45,3 Mio. €)belegt
2026/27≈ 352 Mio. DKK (≈ 47,1 Mio. €)modelliert
2027/28≈ 365 Mio. DKK (≈ 48,9 Mio. €)modelliert
2028/29≈ 379 Mio. DKK (≈ 50,8 Mio. €)modelliert
2029/30392 Mio. DKK (≈ 52,5 Mio. €)belegt

 

Rechnerisch entspricht das 2026/27 einem Durchschnitt von rund 29,3 Mio. DKK (3,9 Mio. €) pro Klub. Der Durchschnitt ist allerdings wenig aussagekräftig, weil die Spanne zwischen Erstem und Letztem bei rund 170 Prozent liegt.

Der Verteilungsschlüssel: vier Säulen

Die Divisionsforeningen veröffentlicht den Schlüssel nicht. Die folgende Struktur beruht auf internen Vertragsdokumenten, die dem dänischen Fachportal Campo im Januar 2026 vorlagen.

Säule 1: Solidaritätspool – eingefroren

Rund 69 Mio. DKK werden zu gleichen Teilen auf die zwölf Klubs verteilt, das sind 5,75 Mio. DKK (rund 771.000 €) pro Klub und Saison.

Der entscheidende Punkt: Dieser Betrag ist über die gesamte Vertragslaufzeit nominal eingefroren. Er steigt nicht mit. Weil die Gesamtsumme aber jährlich wächst, sinkt der Solidaranteil automatisch:

  • 2024/25: 21,1 Prozent
  • 2026/27: ca. 19,6 Prozent (modelliert)
  • 2029/30: 17,6 Prozent

Vor wenigen Jahren lag dieser Anteil noch bei rund 30 Prozent. Die Umverteilung zugunsten der Spitzenklubs ist damit in den Vertrag eingebaut – sie passiert automatisch, ohne dass neu verhandelt werden müsste.

Säule 2: Platzierungspool (placeringspulje)

Der größte leistungsabhängige Block. Er wird in drei Raten ausgeschüttet, jeweils nach Spieltag 11, 22 und 32. Maßgeblich ist die Tabellenposition zum jeweiligen Stichtag – nicht nur die Abschlussplatzierung. Ein Klub, der im Herbst gut liegt und im Frühjahr abrutscht, hat seine erste Rate bereits sicher.

Die dritte Rate belief sich in der Saison 2025/26 auf 32 Mio. DKK; für 2026/27 ist sie laut Campo höher angesetzt. Der Verlauf innerhalb einer Rate ist steil: Für die Führung nach Spieltag 22 wurden zuletzt rund acht Mio. DKK ausgezahlt, für die hinteren Plätze nur noch ein Bruchteil davon.

Säule 3: TV-Pulje (Spielauswahl-Pool)

Die politisch umstrittenste Säule. Verteilt wird nach der Priorität, mit der die Rechteinhaber ein Spiel auswählen – nicht nach sportlicher Leistung, sondern nach Marktattraktivität.

AuswahlprioritätZahlung je beteiligtem Klub
1. Wahl700.000 DKK (≈ 94.000 €)
6. Wahl (letzte)40.000 DKK (≈ 5.400 €)

 

Der Faktor zwischen erster und letzter Wahl beträgt 17,5. Bei 32 Spieltagen summiert sich das erheblich: Ein Klub, der regelmäßig als Erstwahl gesetzt wird, verdient allein hier ein Vielfaches eines Klubs, der Woche für Woche als letzte Wahl übrigbleibt. Weil Erstwahlspiele fast immer Partien mit FC Kopenhagen, Brøndby, FC Midtjylland oder AGF sind, wirkt der Pool selbstverstärkend.

Typische Slots der Saison 2025/26:

  • Freitag 19:00 – Viaplay, 2. Wahl
  • Sonntag 14:00 – TV 2 bzw. Viaplay, 3. Wahl
  • Sonntag 16:00 – TV 2, geteilte 1. Wahl
  • Sonntag 18:00 – Viaplay, 1. Wahl
  • Montag 19:00 – TV 2, geteilte 1. Wahl

Der Anteil dieser Säule lag zuletzt bei rund 17,5 Prozent der Medienerlöse und steigt bis 2030 an – denn wie beim Platzierungspool fließt der gesamte jährliche Zuwachs in diese beiden variablen Töpfe.

Säule 4: Sonstige Zahlungen

Darunter fallen Pokalerlöse (Betano Pokalen), Sonderzahlungen an die Plätze sieben bis zehn, nachträgliche Ausgleichszahlungen nach Saisonende – und vor allem die Fallschirmzahlungen. Absteiger erhielten zuletzt 9 Mio. DKK (rund 1,2 Mio. €) je Klub, ausgezahlt für die erste Saison in der 1. Division.

Für 2026/27 betrifft das Vejle Boldklub und FC Fredericia, die am Ende der Saison 2025/26 abgestiegen sind.

Modellrechnung 2026/27 nach Abschlussplatzierung

Die folgenden Bandbreiten sind modelliert, nicht belegt. Sie skalieren die für 2024/25 und 2025/26 dokumentierten Auszahlungen auf die interpolierte Gesamtsumme 2026/27 hoch.

AbschlussplatzierungModellierte Ausschüttung 2026/27in Euro
Platz 145–48 Mio. DKK6,0–6,4 Mio. €
Platz 2–337–43 Mio. DKK5,0–5,8 Mio. €
Platz 4–628–35 Mio. DKK3,8–4,7 Mio. €
Platz 7–1018–24 Mio. DKK2,4–3,2 Mio. €
Platz 11–12 (Absteiger)15–17 Mio. DKK + ca. 9–10 Mio. DKK Fallschirm2,0–2,3 Mio. € + ca. 1,3 Mio. €

Wichtige Einschränkung: Diese Tabelle bildet nur die platzierungsabhängige Komponente ab. Die TV-Pulje kann eine Position um mehrere Millionen Kronen verschieben. In der Saison 2024/25 erhielt Brøndby IF überdurchschnittlich viel, weil der Klub am häufigsten als Erstwahl gesetzt wurde – unabhängig von der Abschlussplatzierung. Umgekehrt kann ein reichweitenschwacher Klub trotz Top-6-Platzierung im unteren Bereich seiner Modellspanne landen.

Die zwölf Klubs der Saison 2026/27

AGF (Titelverteidiger), FC Midtjylland, FC Nordsjælland, FC København, Brøndby IF, Viborg FF, OB, Randers FC, Silkeborg IF, SønderjyskE sowie die Aufsteiger Lyngby Boldklub und AC Horsens.

Die Saison begann am 26. Juli 2026 und endet am 30. Mai 2027. Gespielt werden 22 Runden Grundspiel, anschließend teilt sich das Feld in Meisterschafts- und Qualifikationsrunde mit je zehn weiteren Spielen – insgesamt 32 Spieltage.

Einordnung: Warum Dänemark so steil verteilt

Rasmus K. Storm, Forschungsleiter am Idrættens Analyseinstitut, bezeichnete das Modell gegenüber Campo als umgekehrten Robin Hood: Wer bereits oben steht, wird häufiger für Erstwahlspiele ausgewählt, verdient dadurch mehr, kann besser investieren und bleibt oben. Der eingefrorene Solidarpool verstärkt diesen Effekt mechanisch.

Aus Klubsicht der unteren Tabellenhälfte ist die Kritik entsprechend deutlich. Vendsyssel-Geschäftsführer Jens Hammer Sørensen nannte die dänische Verteilung eine der steilsten im europäischen Fußball.

Die Gegenposition der Spitzenklubs ist die klassische: Sie erzeugen die Zuschauer, die Reichweite und damit den Vertragswert. Ohne FC Kopenhagen und Brøndby wäre der Gesamttopf kleiner.

Zur Relativierung gehört allerdings ein Punkt, der in der dänischen Debatte oft untergeht: Medienerlöse sind für die meisten Superliga-Klubs nicht die größte Einnahmequelle. Sponsoring liegt in der Regel darüber, bei den Spitzenklubs kommen Transfererlöse und UEFA-Prämien hinzu. Für einen Klub wie AGF übersteigen die Einnahmen aus einer Champions-League-Qualifikationsrunde die gesamte Saisonausschüttung aus dem nationalen Medienvertrag deutlich.

Vergleich mit anderen europäischen Ligen

LigaNationale Medienerlöse p. a.Klubs
Bundesliga + 2. Bundesliga1.121 Mio. €36
3F Superliga≈ 47 Mio. € (2026/27, modelliert)12
Danske 1. Division≈ 8 Mio. €12

 

Ein Bundesligist aus dem Tabellenmittelfeld erhält aus der nationalen Vermarktung ungefähr das, was die gesamte dänische Superliga unter zwölf Klubs aufteilt. Gleichzeitig ist das Gefälle zwischen erster und zweiter Liga in Dänemark deutlich flacher als in vielen anderen europäischen Ländern: Die 1. Division erhält rund ein Sechstel der Superliga-Summe – ein Verhältnis, von dem etwa die zweite Ligen in Portugal oder der Türkei weit entfernt sind.

Methodik und Datenqualität

Belegte Werte: Gesamtausschüttungen 2024/25 (327 Mio. DKK), 2025/26 (338 Mio. DKK) und 2029/30 (392 Mio. DKK); Solidaranteile 21,1 % (2024/25) und 17,6 % (2029/30); dritte Platzierungsrate 2025/26 (32 Mio. DKK); Zahlungen für Erst- und Sechstwahl (700.000 / 40.000 DKK); Fallschirmzahlung 2024/25 (9 Mio. DKK); Spannweite Erster zu Letztem 2024/25 (rund 170 %, FC København ≈ 42 Mio. DKK, Vejle ≈ 15 Mio. DKK). Quelle: Campo.dk auf Basis interner Vertragsdokumente, Januar/Februar 2026.

Abgeleitete Werte: Der absolute Solidarpool von 69 Mio. DKK ergibt sich aus zwei unabhängigen Ankerpunkten (21,1 % × 327 Mio. = 69,0 Mio.; 17,6 % × 392 Mio. = 69,0 Mio.). Dass beide Rechnungen dasselbe Ergebnis liefern, bestätigt die Angabe, dass der Pool nominal eingefroren ist.

Modellierte Werte: Sämtliche Saisonwerte für 2026/27 bis 2028/29 beruhen auf linearer Interpolation zwischen 2025/26 und 2029/30. Der tatsächliche Vertragsverlauf kann davon abweichen, etwa durch degressive oder progressive Staffelung.

Bekannte Inkonsistenz: Die Angabe, die TV-Pulje mache rund 17,5 Prozent der Medienerlöse aus, lässt sich mit den genannten Einzelzahlungen (700.000 DKK für die Erstwahl, 32 Spieltage, je zwei begünstigte Klubs) rechnerisch nicht sauber zur Deckung bringen. Möglich ist, dass die Prozentangabe und die Einzelbeträge sich auf unterschiedliche Saisons beziehen – Campo weist ausdrücklich darauf hin, dass die Beträge je Saison steigen – oder dass die Staffelung zwischen erster und sechster Wahl stärker abfällt als eine gleichmäßige Kurve. Wir weisen die Zahlen deshalb einzeln aus und rechnen die Poolgröße nicht hoch.

Währungsumrechnung: 1 EUR = 7,46 DKK (Wechselkursband der dänischen Kronenbindung an den Euro).

Nicht öffentlich: Die Divisionsforeningen kommentiert Beträge und Vertragsinhalte grundsätzlich nicht. Eine offizielle Klub-für-Klub-Aufstellung existiert nicht.

Stand: August 2026


FAQ

Wie viel TV-Geld gibt es 2026/27 in der dänischen Superliga? Nach Modellrechnung rund 352 Mio. DKK (etwa 47 Mio. €) für die zwölf Klubs. Belegt sind 338 Mio. DKK für 2025/26 und 392 Mio. DKK für die letzte Vertragssaison 2029/30.

Wer überträgt die dänische Superliga? Viaplay und TV 2 teilen sich die Live-Rechte zu gleichen Teilen. DR hält Radiorechte und Highlights. Der Vertrag läuft von 2024/25 bis 2029/30.

Nach welchem Schlüssel wird verteilt? Nach vier Säulen: einem eingefrorenen Solidaritätspool (5,75 Mio. DKK je Klub), einem Platzierungspool mit drei Raten nach den Spieltagen 11, 22 und 32, einer TV-Pulje nach Spielauswahl-Priorität sowie sonstigen Zahlungen inklusive Fallschirmzahlungen für Absteiger.

Wie groß ist der Unterschied zwischen Erstem und Letztem? In der Saison 2024/25 lag die Spanne bei rund 170 Prozent: FC København erhielt etwa 42 Mio. DKK, Vejle rund 15 Mio. DKK. Die Spanne wächst bis 2030 weiter.

Was bekommen Absteiger? Zuletzt 9 Mio. DKK Fallschirmzahlung für die erste Saison in der 1. Division. Für 2026/27 betrifft das Vejle Boldklub und FC Fredericia.

Warum sinkt der Solidaranteil? Weil der solidarisch verteilte Betrag nominal eingefroren ist, während die Gesamtsumme jährlich steigt. Der gesamte Zuwachs fließt in die leistungs- und marktabhängigen Töpfe. Der Anteil sinkt dadurch von 21,1 Prozent (2024/25) auf 17,6 Prozent (2029/30).

Vielen Dank für dein Interesse!

Gründer von Fussball-Geld.de. Studierter Jurist und Master im Sportmanagement. Interesse für Zahlen, Übersichten, Recht und wirtschaftliche Hintergründe im Fußball.

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