Das Wichtigste in Kürze
- Die Bundesliga-Klubs teilen sich in der Saison 2026/27 rund 1,07 Milliarden Euro an Medienerlösen.
- Spitzenreiter ist der FC Bayern München mit 92.306.774 Euro, Schlusslicht Aufsteiger SV Elversberg mit 31.174.826 Euro – ein Faktor von knapp 3.
- Verteilt wird nach dem Vier-Säulen-Modell: Gleichverteilung (50 %), Leistung (43 %), Nachwuchs (4 %), Interesse (3 %).
- Neu ab 2026/27: Die DFL behält 50 Millionen Euro pro Saison für zentrale Investitionen ein – finanziert anteilig von allen Klubs.
- Von der Bruttosumme gehen anschließend noch rund 7,5 Prozent für Organisation und Spielbetrieb an die Liga ab.
Die Aufteilung als Tabelle im Überblick:
| Verein | Summe TV Gelder (EUR) |
| 1. Bundesliga | |
| FC Bayern München | 92.306.774 € |
| Borussia Dortmund | 83.726.917 € |
| Bayer 04 Leverkusen | 81.333.331 € |
| Eintracht Frankfurt | 77.122.161 € |
| RB Leipzig | 72.859.030 € |
| SC Freiburg | 71.837.500 € |
| VfB Stuttgart | 66.001.941 € |
| TSG 1899 Hoffenheim | 62.045.254 € |
| 1. FSV Mainz 05 | 61.302.880 € |
| 1. FC Union Berlin | 59.620.972 € |
| Borussia Mönchengladbach | 52.339.720 € |
| FC Augsburg | 52.052.245 € |
| 1. FC Köln | 47.988.022 € |
| SV Werder Bremen | 47.574.284 € |
| Hamburger SV | 40.050.187 € |
| SC Paderborn 07 | 37.224.459 € |
| FC Schalke 04 | 35.708.626 € |
| SV Elversberg | 31.174.826 € |
| Summe 1. Bundesliga | 1.072.269.129 € |
1. Der Topf: Woher das Geld kommt
Grundlage ist die Medienrechte-Ausschreibung vom Dezember 2024. Für die vier Spielzeiten 2025/26 bis 2028/29 können die 36 Klubs mit 1,121 Milliarden Euro pro Saison aus der deutschsprachigen Vermarktung rechnen – in Summe 4,484 Milliarden Euro und rund zwei Prozent mehr als im vorherigen Zyklus. Die wesentlichen Rechtepakete liegen bei Sky (Einzelspiele Freitag und Samstag, komplette 2. Bundesliga) und DAZN (Samstagskonferenz, Sonntagsspiele); ARD und ZDF steuern die Free-TV-Zusammenfassungen bei.
Davon getrennt läuft die internationale Vermarktung. Sie brachte zuletzt rund 218 Millionen Euro pro Saison – ein Wert, der nach dem Corona-Einbruch zwar wieder gestiegen ist, das Vorkrisenniveau von bis zu 260 Millionen aber noch nicht erreicht. Für die internationalen Erlöse gilt ein eigener Verteilerschlüssel mit deutlich stärkerer Leistungskomponente. Wer die Bundesliga-Finanzen verstehen will, muss beide Töpfe auseinanderhalten: Die Schere zwischen Groß und Klein öffnet sich vor allem über den internationalen Schlüssel.
Zwischen den beiden Ligen (1. vs. 2. Bundesliga) gilt beim nationalen Topf ein festes Verhältnis von 80:20 zugunsten der 1.Bundesliga. Dieses Verhältnis war in den Diskussionen vor dem Beschluss umstritten, blieb am Ende aber unangetastet.
2. Das Vier-Säulen-Modell im Detail
Das DFL-Präsidium hat den Mechanismus für 2025/26 bis 2028/29 im Januar 2025 einstimmig beschlossen. Die vier Säulen und ihre Gewichtung blieben dabei unverändert:
| Säule | Anteil | Was bewertet wird |
|---|---|---|
| Gleichverteilung | 50 % | Sockelbetrag, innerhalb der jeweiligen Liga identisch |
| Leistung | 43 % | sportliches Abschneiden über mehrere Jahre |
| Nachwuchs | 4 % | Einsatz und Ausbildung deutscher U23-Spieler |
| Interesse | 3 % | Marktforschung, TV-Reichweite, Mitgliederzahlen |
Säule 1: Gleichverteilung (50 %)
Die Hälfte des Topfes wird ohne jede Leistungskomponente ausgeschüttet – innerhalb der Bundesliga bekommt jeder Klub denselben Betrag. Das ist die Solidarkomponente des Systems und der Grund, warum selbst ein Aufsteiger ohne jede Historie mit einem soliden zweistelligen Millionenbetrag planen kann.
Modellrechnung (eigene Berechnung, gerundet): 50 % von 1,121 Mrd. Euro ergeben rund 561 Millionen Euro. Bei einer 80:20-Aufteilung entfielen davon etwa 448 Millionen auf die Bundesliga – rund 24,9 Millionen Euro pro Klub. In der Fachpresse kursieren teils höhere Werte um 26 bis 27 Millionen Euro. Die Differenz lässt sich aus den öffentlich verfügbaren Unterlagen nicht sauber auflösen; die DFL veröffentlicht die exakten Säulenbeträge nicht. Wir behandeln die Zahl deshalb als Größenordnung, nicht als belastbaren Einzelwert.
Säule 2: Leistung (43 %) – hier entscheidet sich das Ranking
Die Leistungssäule ist der eigentliche Hebel. Sie besteht aus drei Komponenten. Für die abgelaufene Rechteperiode hatte die DFL die Untergewichtungen offengelegt; da der Beschluss von 2025 die Säulen ausdrücklich „samt ihrer bisherigen Gewichtung“ fortschreibt, ist von einer im Kern gleichen Systematik auszugehen:
- Getrennte Fünfjahreswertung (rund 23 % des Gesamttopfs). Für Bundesliga und 2. Bundesliga jeweils separat. Die letzten fünf Spielzeiten werden im Verhältnis 5:4:3:2:1 gewichtet – die jüngste Saison zählt also fünfmal so stark wie die fünftletzte. Aufgeteilt wird dieser Teilbetrag etwa im Verhältnis 81:19 zwischen den Ligen.
- Durchgängige Fünfjahreswertung (rund 19 %). Dieselbe Gewichtung, aber über alle 36 Klubs hinweg. Deshalb wirkt bei einem Klub wie Werder Bremen eine zurückliegende Zweitligasaison noch jahrelang nach.
- Durchgängige Zehnjahreswertung (rund 1 %). Alle Spielzeiten gleich gewichtet – die Traditionskomponente mit dem kleinsten Hebel.
Praktisch bedeutet das: Ein einzelner Tabellenplatz am Saisonende ist keine Kleinigkeit. Der Abstand zwischen zwei benachbarten Plätzen in der TV-Geld-Tabelle bewegt sich schnell im Bereich von einer bis mehreren Millionen Euro pro Jahr – und wirkt wegen der Fünfjahreswertung fünf Saisons lang nach.
Säule 3: Nachwuchs (4 %)
Honoriert werden Einsatzminuten von in Deutschland ausgebildeten U23-Spielern sowie die Ausbildungsleistung des jeweiligen Klubs. Ab 2025/26 werden Einsätze junger Spieler stärker gewichtet als zuvor – ein bewusst gesetzter Anreiz, Talente nicht nur auszubilden, sondern auch spielen zu lassen.
Säule 4: Interesse (3 %) – die umgebaute Säule
Bisher speiste sich diese Säule ausschließlich aus einer Marktforschung zur Beliebtheit der Klubs in der deutschsprachigen Bevölkerung. Ab 2025/26 kommen zwei Kriterien hinzu: die nationalen TV-Reichweiten und die Mitgliederzahlen der Vereine. Der Gesamtanteil bleibt bei drei Prozent.
Das ist der Kompromiss in einem der härtesten Konflikte der Liga: Traditionsklubs mit großen Fanbasen argumentieren seit Jahren, dass ihr Beitrag zur Attraktivität des Produkts unterbewertet sei. Sie bekamen zusätzliche Kriterien – aber kein zusätzliches Gewicht.
3. Was sich 2026/27 konkret ändert
Vier Punkte hat das DFL-Präsidium neu gesetzt, einer davon greift erstmals in dieser Saison:
a) 50 Millionen Euro für die Zentralvermarktung. Aus dem gegenüber der letzten Ausschreibung erzielten Mehrerlös von rund 80 Millionen Euro werden ab 2026/27 jährlich 50 Millionen Euro für zentrale Investitionen der DFL einbehalten. Finanziert wird das von den Klubs anteilig nach ihrem jeweiligen Schlüsselanteil – wer viel bekommt, zahlt viel ein. Für die Klubs heißt das: Der Rechte-Zuwachs kommt nur teilweise bei ihnen an.
b) Solidarbeitrag für nicht international spielende Bundesligisten. Neu fließen fünf Millionen Euro pro Saison an jene Bundesliga-Klubs, die nicht im Europapokal vertreten sind. Finanziert wird das aus den internationalen Medienerlösen – und zwar ausdrücklich aus dem Teil, der sonst an die Europapokalteilnehmer ginge. Eine echte Umverteilung von oben nach unten, wenn auch in überschaubarer Höhe.
c) Höhere UEFA-Solidaritätszahlung an die 2. Bundesliga. Von 8,5 auf 10 Millionen Euro pro Saison.
d) Umbau der Interesse-Säule und stärkere Gewichtung junger Einsatzzeiten – siehe oben.
4. Was die Zahlen erzählen
Die Spitze zieht davon – aber nicht nur die Spitze. Bayern legt absolut am stärksten zu (+8,9 Mio.), doch die höchsten relativen Sprünge machen VfB Stuttgart und SC Freiburg. Beide profitieren davon, dass schwächere Saisons aus der Fünfjahreswertung herausfallen und starke Spielzeiten nachrücken.
Der Aufsteiger-Effekt ist gewaltig. Der Hamburger SV steigert sich binnen zwei Jahren von einem Zweitliga-Niveau auf über 40 Millionen Euro. Umgekehrt gilt: Ein Absteiger verliert nicht nur den Ligaanteil, sondern schleppt die Abstiegssaison fünf Jahre lang durch die Wertung.
Die Spreizung bleibt moderat. Zwischen Bayern und Elversberg liegt der Faktor 2,96. Zum Vergleich: In der Premier League ist die Spreizung ähnlich eng, in La Liga und der Serie A historisch deutlich größer. Die Bundesliga ist national eine der solidarischsten Top-Ligen Europas – die Ungleichheit entsteht überwiegend an anderer Stelle: bei den internationalen Medienerlösen, den UEFA-Prämien und der eigenen Vermarktung.
5. Achtung: Brutto ist nicht netto
Die ausgewiesenen Beträge sind Bruttowerte. Davon gehen rund 7,5 Prozent für Organisation und Spielbetrieb an die Liga ab.
Das Beispiel Borussia Mönchengladbach zeigt, wie stark das die Wahrnehmung verzerren kann: Ausgewiesen sind 52,34 Millionen Euro und damit nominal mehr als in der Vorsaison. Nach Abzug bleiben rund 48,4 Millionen Euro vor Steuern – laut Berichten ein Minus von etwa 2,6 Millionen Euro gegenüber der Spielzeit davor. Ursache war das Abschneiden in der Fünfjahreswertung, konkret der Rückfall hinter den FC Augsburg am Saisonende.
Merksatz für die Klubfinanzierung: Wer TV-Gelder in ein Budgetmodell einbaut, sollte mit rund 92,5 Prozent des veröffentlichten Werts rechnen – und die Zahlungen zeitlich über die Saison verteilen, nicht als Einmalzufluss.
6. Die offene Frage: Warum die Summen nicht aufgehen
Ein Punkt, den kaum ein Bericht anspricht: Addiert man die veröffentlichten Beträge aller 36 Klubs, ergeben sich rund 1,318 Milliarden Euro – deutlich mehr als die 1,121 Milliarden Euro aus der nationalen Vermarktung.
Die Differenz von knapp 200 Millionen Euro entspricht ungefähr der Größenordnung der internationalen Medienerlöse. Die naheliegende Erklärung wäre also, dass die kursierende Tabelle nationale und internationale Erlöse zusammenfasst. Bestätigt ist das nach unserem Kenntnisstand nicht – die DFL veröffentlicht die Aufstellung nicht selbst, und die zitierenden Medien machen dazu keine Angabe.
Für die Einordnung heißt das: Die Rangfolge und die Relationen zwischen den Klubs sind belastbar. Wer die Zahlen aber gegen die offiziellen 1,121 Milliarden Euro rechnet oder in ein Erlösmodell einbaut, sollte diese Unschärfe kennen. Wir aktualisieren den Artikel, sobald die DFL oder die Klubs in ihren Geschäftsberichten belastbare Abgrenzungen liefern.
7. Die Debatte: Wie fair ist der Schlüssel?
Position der Traditionsvereine: Klubs mit großen Mitgliederzahlen und Fanbasen liefern einen überproportionalen Beitrag zur Attraktivität des Produkts – Stadionatmosphäre, Auswärtsfahrten, Einschaltquoten. Drei Prozent für die Säule „Interesse“ bilden das nicht annähernd ab.
Position der sportlich erfolgreichen Klubs: Wer international spielt, trägt die Marke Bundesliga in die Welt und finanziert damit auch die Auslandserlöse mit, von denen alle profitieren. Eine stärkere Interesse-Komponente würde Leistungsanreize schwächen.
Position der 2. Bundesliga: Der feste 20-Prozent-Anteil sichert Planbarkeit, doch die Kluft zur Bundesliga wächst mit jedem Zyklus. Die Aufstockung der UEFA-Solidaritätszahlung auf 10 Millionen Euro ist ein Signal, ändert an der Grundstruktur aber wenig.
Position der DFL: Der Schlüssel habe sich im internationalen Vergleich bewährt – er setze Leistungsanreize und folge zugleich dem Solidarprinzip eines Ligaverbands aus 36 Klubs. Der einstimmige Beschluss stützt diese Lesart zumindest formal.
Bemerkenswert bleibt: Der Streit war vor dem Beschluss laut, das Ergebnis fiel dennoch einstimmig aus und änderte an der Grundarchitektur nichts. Die nächste echte Gelegenheit zur Reform kommt mit der Rechteperiode ab 2029/30.
8. FAQ
Wie viel TV-Geld bekommt der FC Bayern 2026/27? 92.306.774 Euro – die höchste Ausschüttung aller 36 deutschen Profiklubs. Nach Abzug der rund 7,5 Prozent für Organisation und Spielbetrieb verbleiben etwa 85,4 Millionen Euro.
Wie werden die TV-Gelder in der Bundesliga verteilt? Über vier Säulen: Gleichverteilung (50 %), Leistung (43 %), Nachwuchs (4 %) und Interesse (3 %). Zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga gilt ein Verhältnis von 80:20.
Was ist die Fünfjahreswertung? Eine Tabelle der letzten fünf Spielzeiten, gewichtet im Verhältnis 5:4:3:2:1. Die jüngste Saison zählt fünffach, die fünftletzte einfach. Sie ist der wichtigste Einzelfaktor der Leistungssäule.
Warum bekommt ein Absteiger noch jahrelang mehr Geld als ein etablierter Zweitligist? Wegen der durchgängigen Fünfjahreswertung über alle 36 Klubs. Erstliga-Platzierungen bleiben fünf Jahre lang in der Wertung – der VfL Wolfsburg führt deshalb trotz Abstiegs die Zweitliga-Rangliste an.
Wie lange gilt der aktuelle Verteilerschlüssel? Bis einschließlich der Saison 2028/29. Der zugehörige Medienvertrag läuft von 2025/26 bis 2028/29.
Quellen und Methodik
- DFL Deutsche Fußball Liga: Beschluss des Präsidiums zur Verteilung der Erlöse aus der Zentralvermarktung 2025/26 bis 2028/29, 27.01.2025
- DFL: Vergabe der deutschsprachigen Medienrechte 2025/26 bis 2028/29, 05.12.2024
- DFL: Beschluss zur Verteilung der Medienerlöse 2021/22 bis 2024/25, 07.12.2020 (Detailgewichtung der Leistungssäule)
- Diverse: digitalfernsehen.de, deichstube.de, 10.07.2026 – jeweils unter Berufung auf Sport Bild.de, gladbachlive.de, kicker.de, ran.de
Transparenzhinweis: Die Klubbeträge stammen nicht aus einer offiziellen DFL-Veröffentlichung, sondern aus Medienberichten, die aus einer internen Mitteilung zitieren. Die Werte mehrerer unabhängiger Quellen stimmen überein. Die Modellrechnung zur Gleichverteilung in Abschnitt 2 ist eine eigene Näherung und ausdrücklich als solche gekennzeichnet.