Die 3. Liga verteilt ihre Medienerlöse anders als jede andere deutsche Profiliga: ohne Leistungskomponente, ohne Zuschauerbonus, ohne Fünfjahreswertung. In der Saison 2026/27 erhält jeder der 18 ausschüttungsberechtigten Klubs exakt denselben Betrag – 1,31 Millionen Euro. Es ist die letzte Saison des laufenden Rechtezyklus. Am 1. Oktober 2026 entscheidet sich, mit welchem Volumen die Liga ab 2027/28 kalkulieren kann.
Das Wichtigste in Kürze
| Kennzahl | Wert 2026/27 |
|---|---|
| Gesamtvolumen Rechtezyklus 2023/24–2026/27 | 104,8 Mio. € |
| Medienerlöse pro Saison | 26,2 Mio. € |
| Anteil DFB GmbH & Co. KG (10 %) | 2,62 Mio. € |
| Ausschüttung an die Klubs (90 %) | 23,58 Mio. € |
| Ausschüttungsberechtigte Klubs | 18 (von 20) |
| Ausschüttung je Klub | 1,31 Mio. € |
| Verteilungsprinzip | Gleichverteilung |
| Rechteinhaber Live | MagentaSport (alle 380 Spiele) |
Wer vermarktet die 3. Liga?
Anders als Bundesliga und 2. Bundesliga wird die 3. Liga nicht von der DFL, sondern vom DFB betrieben. Die zentrale Vermarktung der nationalen audiovisuellen Rechte liegt bei der DFB GmbH & Co. KG.
Die Rechtestruktur im laufenden Zyklus:
- MagentaSport (Telekom): alle 380 Saisonspiele live und in voller Länge, davon 312 exklusiv. Die Telekom überträgt die Liga bereits seit 2017.
- ARD und Dritte Programme: 68 Live-Spiele pro Saison im frei empfangbaren Fernsehen – zwei Partien pro Wochenende.
- ARD und ZDF: zusätzlich ein umfangreiches Highlight-Paket.
- DAZN und Sky: Highlight-Rechte an allen Spielen.
Über die vier Vertragsjahre 2023/24 bis 2026/27 erzielt der DFB nach eigenen Angaben Lizenzerlöse von 104,8 Millionen Euro – im Schnitt 26,2 Millionen Euro pro Spielzeit. Gegenüber dem Vorgängerzyklus (rund 16 Mio. € p. a.) war das eine Steigerung von gut 60 Prozent.
Der Verteilungsschlüssel: 90 zu 10, dann durch 18
Der Mechanismus ist in zwei Schritten erklärt:
Schritt 1 – Vorwegabzug. Zehn Prozent der Medienerlöse verbleiben bei der DFB GmbH & Co. KG, also rund 2,62 Millionen Euro pro Saison. Aus diesem Anteil finanziert der Verband unter anderem die zentrale Erhebung offizieller Spieldaten, die den Klubs seit 2023/24 kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
Schritt 2 – Gleichverteilung. Die verbleibenden 90 Prozent – 23,58 Millionen Euro – werden zu gleichen Teilen an die Klubs ausgeschüttet. Zweite Mannschaften von Lizenzvereinen sind davon ausgenommen. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH & Co. KG hatten diesen Schlüssel im Dezember 2022 für den gesamten Zyklus festgeschrieben, nachdem die zuständigen Fachgruppen mehrheitlich für die Beibehaltung votiert hatten. Der damalige DFB-Vizepräsident Peter Frymuth begründete die Entscheidung mit dem Ziel eines ausgeglichenen Wettbewerbs, den er als wesentliches Merkmal der Liga bezeichnete.
Es gibt damit keine Säulen, keine Platzierungskomponente, keine Nachwuchs- oder Interessenssäule. Der Tabellenletzte erhält denselben Betrag wie der Meister.
Die Ausschüttung 2026/27 im Detail
In der Saison 2026/27 spielen 20 Mannschaften in der 3. Liga, darunter zwei Zweitvertretungen. Der Klub-Topf von 23,58 Millionen Euro teilt sich damit auf 18 Empfänger auf:
23.580.000 € ÷ 18 = 1.310.000 € je Klub
| Klub | TV-Geld 2026/27 |
|---|---|
| Alemannia Aachen | 1.310.000 € |
| F.C. Hansa Rostock | 1.310.000 € |
| FC Ingolstadt 04 | 1.310.000 € |
| FC Viktoria Köln | 1.310.000 € |
| FC Würzburger Kickers | 1.310.000 € |
| Fortuna Düsseldorf | 1.310.000 € |
| 1. FC Saarbrücken | 1.310.000 € |
| MSV Duisburg | 1.310.000 € |
| Rot-Weiss Essen | 1.310.000 € |
| SC Fortuna Köln | 1.310.000 € |
| SC Preußen Münster | 1.310.000 € |
| SC Verl | 1.310.000 € |
| SG Sonnenhof Großaspach | 1.310.000 € |
| SSV Jahn Regensburg | 1.310.000 € |
| SV Meppen | 1.310.000 € |
| SV Waldhof Mannheim | 1.310.000 € |
| SV Wehen Wiesbaden | 1.310.000 € |
| TSV Havelse | 1.310.000 € |
| TSG Hoffenheim II | 0 € |
| VfB Stuttgart II | 0 € |
| Summe | 23.580.000 € |
Der U23-Effekt: Warum Zweitvertretungen die Ausschüttung erhöhen
Ein Detail, das in der öffentlichen Debatte meist untergeht: Der Klub-Topf ist fix. Er beträgt 23,58 Millionen Euro – unabhängig davon, wie viele Mannschaften in der Liga spielen. Jede zusätzliche Zweitvertretung reduziert also den Divisor und erhöht die Pro-Kopf-Ausschüttung aller übrigen Klubs.
| Zweitvertretungen in der Liga | Empfänger | Ausschüttung je Klub | Differenz zu 2026/27 |
|---|---|---|---|
| 0 | 20 | 1.179.000 € | −131.000 € |
| 1 | 19 | 1.241.053 € | −68.947 € |
| 2 (Saison 2026/27) | 18 | 1.310.000 € | – |
| 3 (Saison 2024/25) | 17 | 1.387.059 € | +77.059 € |
| 4 | 16 | 1.473.750 € | +163.750 € |
Konkret: Weil 2024/25 mit Borussia Dortmund II, VfB Stuttgart II und Hannover 96 II drei Zweitvertretungen am Start waren, lag die Ausschüttung damals bei rund 1,39 Millionen Euro. Seit 2025/26 sind es nur noch zwei U23-Teams – jeder erstvertretende Klub verliert dadurch rechnerisch rund 77.000 Euro pro Saison. Für Klubs am unteren Ende der Liga entspricht das etwa einem halben Profigehalt.
Einordnung: Was die Zahl im Ligensystem bedeutet
Der Sprung zwischen den Ligen ist der ökonomisch entscheidende Faktor im deutschen Unterhaus:
| Ebene | Zentrale Medienerlöse je Klub |
|---|---|
| Bundesliga (Tabellenletzter, 2025/26) | rund 32,8 Mio. € |
| 2. Bundesliga (nur Säule Gleichverteilung, 2026/27) | 6,2 Mio. € garantiert |
| 3. Liga (Gesamtausschüttung, 2026/27) | 1,31 Mio. € |
Die Relation ist drastisch: Der komplette Medienerlös-Topf der 3. Liga (26,2 Mio. €) liegt unterhalb dessen, was ein einzelner Bundesliga-Klub am Tabellenende erhält. Allein die Gleichverteilungssäule der 2. Bundesliga sichert jedem Zweitligisten rund das 4,7-Fache dessen, was ein Drittligist insgesamt aus der Zentralvermarktung bezieht.
Gleichzeitig relativiert sich die Bedeutung der TV-Gelder innerhalb der Drittliga-Bilanzen: Bei einem Ligaumsatz von 291,61 Millionen Euro in der Saison 2023/24 (18 gewertete Klubs, ohne Zweitvertretungen) machen die zentralen Medienerlöse nur rund acht Prozent der Gesamterlöse aus. Zuschauereinnahmen, Sponsoring und Transfererlöse dominieren – und genau diese Posten sind zwischen Traditionsklubs mit fünfstelligen Zuschauerschnitten und kleinen Standorten extrem ungleich verteilt.
Die Debatte: Gleichverteilung oder Leistungsprinzip?
Der Schlüssel ist nicht unumstritten. Im März 2026 forderte Energie-Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz eine platzierungsabhängige Verteilung: Es dürfe wirtschaftlich nicht gleichgültig sein, ob ein Klub Zehnter oder Dreizehnter werde, argumentierte er – ein sportlicher Anreiz durch finanzielle Differenzierung fehle in der 3. Liga vollständig.
Die Gegenposition ist die offizielle Linie des DFB: Die Ausgeglichenheit des Wettbewerbs sei ein Alleinstellungsmerkmal der Liga und ein Wert an sich. Zudem träfe eine Leistungskomponente vor allem jene Klubs, die ohnehin über die schwächste Erlösbasis verfügen – der Effekt wäre eine Verstärkung bestehender Ungleichgewichte, wie sie in Bundesliga und 2. Bundesliga zu beobachten ist.
Ausblick: Der Rechtezyklus ab 2027/28
Die Saison 2026/27 ist die letzte des laufenden Vertrags. Der DFB hat die nationalen audiovisuellen Verwertungsrechte im April 2026 neu ausgeschrieben – wieder für vier Jahre, von 2027/28 bis 2030/31.
Eckpunkte des Verfahrens:
- Registrierungsfrist: 22. September 2026 (keine Ausschlussfrist)
- Auktionsphase: 29. September bis 1. Oktober 2026
- Struktur: Live-Rechte in drei Szenarien, Kompletterwerb aller Live-Rechte durch einen einzelnen Erwerber möglich
- Free-TV-Garantie: mindestens 38 Spiele pro Saison frei empfangbar, je nach Bieterwettbewerb auch deutlich mehr
- Zusätzlich: umfassende Highlight-Pakete für Free- und Pay-TV
DFB-Generalsekretär Holger Blask verwies bei der Ausschreibung auf die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung der Liga und ihre Rolle in der Talentförderung.
Offen sind zwei Fragen, die für die Klub-Kalkulationen ab 2027/28 entscheidend sind: Erstens das erzielte Volumen – aus Vereinskreisen wurde zuletzt eine Zielgröße von 35 bis 40 Millionen Euro pro Saison genannt, was einer Ausschüttung von rund 1,75 bis 2,0 Millionen Euro je Klub entspräche. Zweitens der Verteilungsschlüssel: Er wird für den neuen Zyklus erneut von Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat der DFB GmbH & Co. KG festgelegt und ist bislang nicht beschlossen.
Methodik und Quellen
Alle Ausschüttungsbeträge dieser Seite sind aus dem vom DFB veröffentlichten Gesamtvolumen (104,8 Mio. € für vier Spielzeiten) und dem beschlossenen 90/10-Schlüssel abgeleitet und auf die Zahl der ausschüttungsberechtigten Klubs der Saison 2026/27 umgerechnet. Der DFB veröffentlicht keine klubindividuellen Zahlungsnachweise; bei strikter Gleichverteilung ist die Herleitung jedoch eindeutig.
- DFB GmbH & Co. KG: Beschluss zum Verteilungsschlüssel ab 2023/24 (Dezember 2022)
- DFB: Ausschreibung der nationalen Medienrechte 3. Liga ab 2027/28 (April 2026)
- liga3-online.de: Saisonvorschau 2026/27, Ausschüttung je Klub
- kicker: Berichterstattung zu Rechtevergabe und Verteilungsschlüssel
- DFB-Report zur wirtschaftlichen Lage der 3. Liga (Umsatzdaten 2023/24)
FAQ
Wie viel TV-Geld bekommt ein Drittligist 2026/27? Jeder ausschüttungsberechtigte Klub erhält 1,31 Millionen Euro. Der Betrag ist für alle 18 Empfänger identisch.
Warum bekommen VfB Stuttgart II und TSG Hoffenheim II kein TV-Geld? Zweitvertretungen von Lizenzvereinen sind von der Ausschüttung ausgeschlossen. Sie sind zudem weder aufstiegs- noch DFB-Pokal-berechtigt.
Wie hoch ist der gesamte TV-Topf der 3. Liga? 26,2 Millionen Euro pro Saison. Davon fließen 90 Prozent (23,58 Mio. €) an die Klubs, 10 Prozent (2,62 Mio. €) verbleiben bei der DFB GmbH & Co. KG.
Gibt es in der 3. Liga eine Leistungskomponente bei den TV-Geldern? Nein. Anders als in Bundesliga und 2. Bundesliga gibt es keine Säulen für Leistung, Interesse oder Nachwuchs. Es gilt ausschließlich Gleichverteilung.
Wer überträgt die 3. Liga 2026/27? MagentaSport zeigt alle 380 Spiele live, davon 312 exklusiv. 68 Partien laufen zusätzlich frei empfangbar in der ARD und den Dritten Programmen.
Wann steht der neue TV-Vertrag ab 2027/28 fest? Die Auktionsphase ist für den 29. September bis 1. Oktober 2026 angesetzt. Das Ergebnis wird Anfang Oktober 2026 erwartet.