Europa League 2026/27: So verteilt die UEFA 565 Millionen Euro

0

Mit dem Rundschreiben Nr. 48/2026 vom 13. Juli 2026 hat die UEFA die Ausschüttungsbeträge für die Saison 2026/27 final bestätigt. Für die Europa League bedeutet das: 565 Millionen Euro fließen an die 36 Klubs der Ligaphase.

Das ist knapp ein Viertel dessen, was in der Champions League verteilt wird – und genau diese Relation macht den Wettbewerb wirtschaftlich so eigentümlich. Ein Europa-League-Sieger verdient etwa so viel wie ein Champions-League-Teilnehmer, der nach der Ligaphase ausscheidet.

Das Finale am 26. Mai 2027 findet im Frankfurter Waldstadion statt. Für deutsche Klubs hat die Saison damit eine zusätzliche Dimension: TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen sind gesetzt, und das Endspiel steigt im eigenen Land.

Dieser Beitrag zerlegt die Verteilung vollständig – von der Bruttoerlösschwelle über die drei Säulen bis zu den Rechenbeispielen für Sieger, Mittelfeld und Ausscheider.


Das Wichtigste in Kürze

  • Die Europa League erhält 565 Millionen Euro, also 17,02 Prozent der 3,317 Milliarden Euro, die insgesamt an Klubs ausgeschüttet werden.
  • Das Startgeld beträgt 4,31 Millionen Euro je Klub – für alle 36 identisch.
  • Ein Sieg in der Ligaphase bringt 450.000 Euro, ein Remis 150.000 Euro.
  • Der Value Pillar umfasst 198 Millionen Euro. Der Spitzenwert liegt bei 10,69 Millionen Euro, der Mindestwert bei 297.000 Euro.
  • Das theoretische Maximum für einen Titelgewinner liegt bei rund 43,4 Millionen Euro, das Minimum bei rund 4,7 Millionen Euro.
  • Sämtliche Beträge sind vorläufig. Die endgültige Ausschüttung hängt nach Angaben der UEFA von den tatsächlich eingegangenen Zahlungen ab.

1. Vom Bruttoerlös zur Ausschüttung

Die UEFA kalkuliert nicht mit einem festen Preisgeldtopf, sondern mit einer angenommenen Erlösschwelle. Für 2026/27 liegt diese bei 4,4 Milliarden Euro aus der zentralen Vermarktung aller drei Klubwettbewerbe plus Supercup.

Davon gehen zunächst mehrere Positionen ab:

PositionBetragAnteil
Organisations- und Verwaltungskosten387 Mio. €8,8 %
Zahlungen an Klubs in der Qualifikation132 Mio. €3,0 %
Solidaritätszahlungen an Nicht-Teilnehmer308 Mio. €7,0 %
Women’s Champions League22 Mio. €0,5 %
UEFA Youth League3 Mio. €0,1 %
Nettoerlös3,548 Mrd. € 

 

Vom Nettoerlös erhalten die Klubs 93,5 Prozent, die UEFA behält 6,5 Prozent für die Förderung des europäischen Fußballs. Damit stehen 3,317 Milliarden Euro zur Verteilung bereit:

WettbewerbBetragAnteil
Champions League inkl. Supercup2.467 Mio. €74,38 %
Europa League565 Mio. €17,02 %
Conference League285 Mio. €8,60 %

 

Die Aufteilung zwischen Europa und Conference League folgt dabei einem eigenen Schlüssel: Beide Wettbewerbe werden medial gemeinsam vermarktet, die Verteilung des Value Pillar basiert deshalb auf dem tatsächlichen Ergebnis dieser gemeinsamen Rechteverwertung.


2. Die drei Säulen im Überblick

Die Europa League folgt exakt derselben Säulengewichtung wie die Champions League. Nur die Conference League weicht ab.

SäuleEuropa LeagueChampions LeagueConference League
Gleiche Anteile (Startgeld)27,5 % · 155 Mio. €27,5 % · 670 Mio. €40 % · 114 Mio. €
Leistungsbezogene Prämien37,5 % · 212 Mio. €37,5 % · 914 Mio. €40 % · 114 Mio. €
Value Pillar35 % · 198 Mio. €35 % · 853 Mio. €20 % · 57 Mio. €

 

Das ist bemerkenswert: Die Europa League ist in ihrer Verteilungslogik keineswegs solidarischer als die Königsklasse. Auch hier hängen 35 Prozent der Ausschüttung an Medienmarkt und historischem Koeffizienten – nicht an der Leistung der laufenden Saison.


3. Säule 1: Das Startgeld

Jeder der 36 Klubs, der die Ligaphase erreicht, erhält 4,31 Millionen Euro. Unabhängig von Größe, Herkunft, Koeffizient oder sportlichem Abschneiden.

KomponenteBetragTermin
Abschlagszahlung4.140.000 €25. September 2026
Restbetrag170.000 €Oktober 2027

 

Der zurückbehaltene Restbetrag dient der UEFA als Puffer für den Fall, dass die tatsächlichen Einnahmen hinter der Kalkulation zurückbleiben. Er wird gemeinsam mit einem etwaigen Überschussanteil erst nach dem Rechnungsabschluss ausgezahlt.

Zum Vergleich: In der Champions League beträgt das Startgeld 18,62 Millionen Euro – also mehr als das Vierfache. Der Sprung von der Europa League in die Königsklasse ist damit allein über die garantierte Grundzahlung 14,3 Millionen Euro wert, bevor überhaupt ein Ball rollt.


4. Säule 2: Die leistungsbezogenen Prämien

Diese Säule ist mit 212 Millionen Euro die größte und zerfällt in vier Bausteine.

4.1 Prämien für Spielergebnisse

In der Ligaphase absolviert jeder Klub acht Partien.

ErgebnisBetrag je Klub
Sieg450.000 €
Remis150.000 €
Niederlage0 €

Der Topf beträgt 64,8 Millionen Euro – das entspricht exakt 144 Ligaphasen-Partien zu je 450.000 Euro.

4.2 Der Remis-Mechanismus

Bei einem Sieg fließen 450.000 Euro. Bei einem Remis erhalten beide Klubs zusammen nur 300.000 Euro. Die Differenz von 150.000 Euro verfällt nicht, sondern wandert in den Rangbonus der Ligaphase.

Die UEFA formuliert das ausdrücklich so: Ersparnisse aus Unentschieden erhöhen proportional den Anfangswert der Anteile, die auf jede Tabellenposition verteilt werden.

Praktische Konsequenz: Der Anteilswert des Rangbonus ist keine Konstante, sondern eine Funktion der Remis-Quote der gesamten Ligaphase. Bei 30 unentschiedenen Partien fließen 4,5 Millionen Euro zusätzlich in den Topf – der Anteilswert steigt von 75.000 auf rund 81.800 Euro, der Tabellenerste erhält statt 2,7 Millionen Euro rund 2,94 Millionen Euro.

In einer remisreichen Saison verschiebt sich Geld also von den Unentschieden-Spielern zu den Tabellenführern, weil der Rangbonus degressiv nach Platzierung verteilt wird.

4.3 Der Rangbonus der Ligaphase

Für die Abschlussplatzierung stehen 50 Millionen Euro bereit. Die Verteilung folgt einem Anteilssystem: Der Topf wird in 666 gleiche Anteile geteilt – die Summe 1+2+3+…+36.

Der Tabellenletzte erhält einen Anteil, jede Position darüber einen zusätzlichen, der Tabellenerste 36 Anteile. Ein Anteil ist im Ausgangswert 75.000 Euro wert.

PlatzAnteileBetrag (Basiswert)
1362.700.000 €
2352.625.000 €
4332.475.000 €
8292.175.000 €
12251.875.000 €
16211.575.000 €
20171.275.000 €
2413975.000 €
289675.000 €
325375.000 €
36175.000 €

Jeder Tabellenplatz ist damit 75.000 Euro wert. Am achten Spieltag geht es also auch für Klubs weit außerhalb der K.-o.-Ränge noch um sechsstellige Beträge.

4.4 Der Platzierungsbonus

PlatzierungZusatzbetrag
Plätze 1 bis 8600.000 €
Plätze 9 bis 16300.000 €
Plätze 17 bis 360 €

Gesamttopf: 7,2 Millionen Euro. Der Sprung von Platz 8 auf Platz 9 kostet 300.000 Euro Bonus – plus die Notwendigkeit, zwei zusätzliche K.-o.-Play-off-Spiele zu bestreiten.

4.5 Die K.-o.-Staffel

Ab Februar 2027 wird kumulativ ausgeschüttet. Wer das Achtelfinale erreicht, behält die Play-off-Prämie; wer das Viertelfinale erreicht, behält Play-off- und Achtelfinalprämie.

RundeBetrag je KlubGesamttopf
K.-o.-Play-offs300.000 €4,8 Mio. €
Achtelfinale1.750.000 €28 Mio. €
Viertelfinale2.500.000 €20 Mio. €
Halbfinale4.200.000 €16,8 Mio. €
Finale7.000.000 €14 Mio. €
Titelgewinn6.000.000 €6 Mio. €

Die Play-off-Prämie erhalten nur die Klubs auf den Rängen 9 bis 24. Wer als Top-8-Team direkt ins Achtelfinale einzieht, überspringt diese Zahlung. Der Vorteil der direkten Qualifikation liegt also nicht im Geld, sondern in zwei eingesparten Spielen.

Auffällig ist die Struktur am oberen Ende: Der Titelgewinn ist mit sechs Millionen Euro fast so wertvoll wie das Erreichen des Finales selbst. In der Champions League ist dieses Verhältnis deutlich flacher – dort bringt der Titel 6,5 Millionen zusätzlich zu 18,5 Millionen für die Finalteilnahme. Die Europa League belohnt den letzten Schritt relativ stärker.


5. Säule 3: Der Value Pillar

Der Value Pillar hat 2024 den früheren Marktpool und die separate Koeffizientensäule abgelöst. Er ist der komplexeste und zugleich der ungleichste Teil des Systems.

Die 198 Millionen Euro werden in zwei Teile gespalten:

TeilBetragVerteilungsschlüssel
Europäischer Teil144,5 Mio. €Mittelwert aus Marktwert- und Koeffizienten-Ranking
Nicht-europäischer Teil53,3 Mio. €Zehnjahres-Koeffizient

Wichtig für die Europa League: Die Aufteilung zwischen europäischem und nicht-europäischem Teil basiert nicht auf einem festen Prozentsatz wie in der Champions League, sondern auf dem tatsächlichen Ergebnis der gemeinsam mit der Conference League vermarkteten Medienrechte.

5.1 Der europäische Teil

Hier greifen zwei Teilrankings ineinander.

Erstes Teilranking – der Marktwert. Die UEFA rankt zunächst die Länder nach dem Beitrag ihrer nationalen Broadcaster zum Medienerlös des Wettbewerbs über den gesamten Zyklus. Die Klubs belegen anschließend geschlossen die Positionen, die ihr Land garantiert.

Die interne Reihenfolge innerhalb eines Landes richtet sich nach der Teilnahme an den Gruppen- beziehungsweise Ligaphasen der vergangenen fünf Saisons:

WettbewerbPunkte je Saison
Champions League3
Europa League2
Conference League1

Bei Punktgleichheit wird die Betrachtung um bis zu fünf weitere Saisons zurück verlängert. Bleibt es dabei, entscheidet die nationale Meisterschaftsplatzierung der Vorsaison.

Zweites Teilranking – der Koeffizient. Parallel entsteht eine Rangliste von 1 bis 36 nach dem Fünfjahres-UEFA-Klubkoeffizienten zu Saisonbeginn.

Das Gesamtranking ergibt sich aus dem Mittelwert beider Positionen. Bei Gleichstand entscheidet der bessere Koeffizientenrang.

5.2 Der nicht-europäische Teil

Deutlich einfacher: Verteilt wird ausschließlich nach dem Zehnjahres-Koeffizienten der 36 Teilnehmer. Bonuspunkte für frühere Titelgewinne werden nicht angerechnet.

Weil die schützende Länderkomponente fehlt, fällt die Spreizung in diesem Teil härter aus.

5.3 Die Beträge je Position

Beide Teile arbeiten mit demselben 666-Anteile-Schlüssel wie der Rangbonus.

AnteilswertBetrag
Europäischer Teil, je Anteil217.000 €
Nicht-europäischer Teil, je Anteil80.000 €
Summe je Anteil297.000 €
RangAnteileEuropäischer TeilNicht-europäischSumme bei identischem Rang
1367.812.000 €2.880.000 €10.692.000 €
2357.595.000 €2.800.000 €10.395.000 €
4337.161.000 €2.640.000 €9.801.000 €
6316.727.000 €2.480.000 €9.207.000 €
8296.293.000 €2.320.000 €8.613.000 €
10275.859.000 €2.160.000 €8.019.000 €
12255.425.000 €2.000.000 €7.425.000 €
14234.991.000 €1.840.000 €6.831.000 €
16214.557.000 €1.680.000 €6.237.000 €
18194.123.000 €1.520.000 €5.643.000 €
20173.689.000 €1.360.000 €5.049.000 €
22153.255.000 €1.200.000 €4.455.000 €
24132.821.000 €1.040.000 €3.861.000 €
26112.387.000 €880.000 €3.267.000 €
2891.953.000 €720.000 €2.673.000 €
3071.519.000 €560.000 €2.079.000 €
3251.085.000 €400.000 €1.485.000 €
343651.000 €240.000 €891.000 €
361217.000 €80.000 €297.000 €

Wichtiger Hinweis zur letzten Spalte: Sie ist ein rechnerisches Konstrukt. Die beiden Teile werden nach unterschiedlichen Rankings verteilt – ein Klub kann im europäischen Teil auf Rang 5 und im nicht-europäischen auf Rang 12 stehen. Für belastbare Modellrechnungen braucht es zwei getrennte Rangvariablen je Klub.


6. Rechenbeispiele

6.1 Das theoretische Maximum

Ein Klub, der die Ligaphase mit acht Siegen als Tabellenerster abschließt, den Titel gewinnt und in beiden Value-Pillar-Rankings die Spitzenposition belegt:

PositionBetrag
Startgeld4.310.000 €
8 Siege à 450.000 €3.600.000 €
Rangbonus Platz 1 (Basiswert)2.700.000 €
Platzierungsbonus Top 8600.000 €
Achtelfinale1.750.000 €
Viertelfinale2.500.000 €
Halbfinale4.200.000 €
Finale7.000.000 €
Titelgewinn6.000.000 €
Value Pillar (Rang 1 in beiden Teilen)10.692.000 €
Summe43.352.000 €

Die Play-off-Prämie von 300.000 Euro entfällt, weil ein Tabellenerster direkt ins Achtelfinale einzieht.

Realistisch ist dieser Wert nicht. Kaum ein Klub holt acht Siege und steht gleichzeitig in beiden Value-Pillar-Rankings ganz oben. Ein realistischer Korridor für den Titelgewinner liegt bei 33 bis 38 Millionen Euro.

6.2 Ein Mittelfeldklub

Platz 18 in der Ligaphase, drei Siege, zwei Remis, danach ausgeschieden. Angenommene Value-Pillar-Ränge: 20 im europäischen, 22 im nicht-europäischen Teil.

PositionBetrag
Startgeld4.310.000 €
3 Siege1.350.000 €
2 Remis300.000 €
Rangbonus Platz 181.425.000 €
Platzierungsbonus0 €
Value Pillar4.889.000 €
Summe12.274.000 €

6.3 Das Minimum

Platz 36, acht Niederlagen, letzter Rang in beiden Value-Pillar-Rankings:

PositionBetrag
Startgeld4.310.000 €
Rangbonus Platz 3675.000 €
Value Pillar297.000 €
Summe4.682.000 €

 

Die Spannweite zwischen bestem und schlechtestem Fall beträgt damit rund 38,7 Millionen Euro – bei identischem Startgeld. Das Verhältnis von Maximum zu Minimum liegt bei etwa 9,3 zu 1. In der Champions League beträgt dasselbe Verhältnis rund 7,8 zu 1. Die Europa League ist also in relativer Betrachtung sogar noch ungleicher.


7. Zahlungstermine

Für die Liquiditätsplanung der Klubs ist der Zahlungskalender mindestens so relevant wie die Höhe der Beträge.

DatumZahlung
25. September 2026Startgeld-Abschlag (4,14 Mio. €) und 75 % des Value Pillar
November 2026Prämien Spieltage 1 bis 4
Februar 2027Prämien Spieltage 5 bis 8, Rangbonus, Platzierungsbonus
März 2027K.-o.-Play-offs und Achtelfinale
Mai 2027Viertelfinale und Halbfinale
Juni 2027Finale, Titelprämie, restliche 25 % des Value Pillar
Oktober 2027Startgeld-Restbetrag und etwaiger Überschussanteil

Die erste Zahlung am 25. September 2026 ist mit Abstand die größte. Ein Klub mit einem Value Pillar von sechs Millionen Euro erhält an diesem Tag 4,14 Millionen Startgeld plus 4,5 Millionen Value Pillar – also 8,64 Millionen Euro, bevor das zweite Ligaphasen-Spiel angepfiffen ist.

Umgekehrt kommt das leistungsabhängige Geld spät. Wer im Herbst auf Basis erwarteter K.-o.-Prämien Verpflichtungen eingeht, finanziert diese faktisch vor.


8. Qualifikation und Solidarität

8.1 Die Qualifikationsrunden

Für alle Klubs, die den Sprung in eine Ligaphase nicht schaffen, stehen wettbewerbsübergreifend 132 Millionen Euro bereit.

PositionBetrag
Je gespielter Qualifikationsrunde175.000 €
Ausscheiden in Q1150.000 €
Ausscheiden in Q2350.000 €
Ausscheiden in Q3550.000 €
Ausscheiden in den Play-offs750.000 €
Zuschlag nationaler Meister ohne Ligaphase260.000 €

Ein Detail, das für die Zuordnung entscheidend ist: Alle in der Qualifikation gescheiterten Klubs beenden ihren europäischen Lauf formal in der Conference League – unabhängig davon, in welchem Wettbewerb sie gestartet sind. Die Ausscheidensprämien gelten daher einheitlich für alle drei Pfade.

Konkret für die Europa League: Wer im Europa-League-Play-off verliert, erhält 175.000 Euro je gespielter Qualifikationsrunde und rutscht in die Ligaphase der Conference League. Dort kassiert er mindestens weitere 3,17 Millionen Euro Startgeld. Ein Scheitern im Play-off bedeutet also keineswegs das Ende der Einnahmen.

Der Differenzbetrag zwischen dem 132-Millionen-Topf und der tatsächlich ausgezahlten Summe wird unter den Qualifikationsteilnehmern umverteilt. Die effektiven Beträge liegen daher regelmäßig über den Nominalwerten – wie deutlich, veröffentlicht die UEFA erst nachträglich.

8.2 Solidaritätszahlungen

308 Millionen Euro gehen über die Nationalverbände an Klubs, die überhaupt nicht am Europapokal teilnehmen. Die Detailverteilung regelt eine Aktualisierung des Rundschreibens 72/2025.


9. Format und Termine 2026/27

Die Europa League füllt ihr 36er-Feld aus drei Quellen: 13 Klubs sind direkt qualifiziert – darunter der Conference-League-Sieger Crystal Palace –, zwölf kommen über die eigene Qualifikation, und elf rutschen aus der dritten Qualifikationsrunde beziehungsweise dem Play-off der Champions League herunter.

Titelverteidiger Aston Villa kann nicht antreten: Der Klub hat sich über die Premier League für die Champions League qualifiziert, und das neue Format erlaubt ab der Ligaphase keinen Wechsel mehr zwischen den Wettbewerben.

RundeTermin
Qualifikation9. Juli bis 27. August 2026
Auslosung Ligaphase28. August 2026
Spieltag 116./17. September 2026
Spieltag 215. Oktober 2026
Spieltag 322. Oktober 2026
Spieltag 45. November 2026
Spieltag 526. November 2026
Spieltag 610. Dezember 2026
Spieltag 721. Januar 2027
Spieltag 828. Januar 2027
Finale26. Mai 2027, Waldstadion Frankfurt

Aus der Bundesliga sind TSG Hoffenheim (Fünfter) und Bayer Leverkusen (Sechster) für die Ligaphase gesetzt.


10. Einordnung: Was das System bewirkt

Der Value Pillar dominiert das obere Ende

Beim Startgeld beträgt die Spreizung zwischen Erstem und Letztem exakt null. Beim Value Pillar beträgt sie Faktor 36.

Der Spitzenwert von 10,69 Millionen Euro übersteigt die Summe aller Prämien vom Achtel- bis zum Halbfinale (8,45 Millionen Euro). Ein Klub aus einem starken Medienmarkt mit hohem Koeffizienten verdient allein durch seine Herkunft mehr, als ein Außenseiter durch drei gewonnene K.-o.-Runden erreichen kann.

Absteiger aus der Champions League verzerren das Feld

Elf der 36 Startplätze gehen an Klubs, die in der Champions-League-Qualifikation gescheitert sind. Diese Klubs kommen typischerweise aus starken Medienmärkten und bringen hohe Koeffizienten mit – sie belegen deshalb regelmäßig die vorderen Value-Pillar-Positionen.

Für einen Klub, der sich sportlich sauber über seine nationale Liga für die Europa League qualifiziert hat, bedeutet das: Er konkurriert im Value Pillar mit Teilnehmern, die eigentlich gar nicht für diesen Wettbewerb geplant hatten.

Das Startgeld trägt weniger, als es scheint

27,5 Prozent klingen nach einer soliden Solidaritätskomponente. Für einen Klub am unteren Ende des Feldes machen die 4,31 Millionen Euro Startgeld aber rund 92 Prozent seiner Gesamteinnahmen aus – während sie beim Spitzenverdiener nur etwa 10 Prozent ausmachen. Die gleichmäßig verteilte Säule federt den Absturz nach unten ab, sie begrenzt aber die Spreizung nach oben nicht.

Die Ligaphase erzeugt echten Grenznutzen

Positiv zu bewerten ist die Feinstaffelung: Jeder Tabellenplatz ist 75.000 Euro wert, dazu kommen die Schwellenwerte bei Platz 8 und 16. Kombiniert mit dem Remis-Recycling entsteht ein System, in dem auch das achte Spiel eines abgeschlagenen Klubs noch spürbare Konsequenzen hat.


11. Häufige Fragen

Wie viel bekommt der Europa-League-Sieger 2027? Theoretisch bis zu 43,35 Millionen Euro. Realistisch liegt der Wert bei 33 bis 38 Millionen Euro, weil kaum ein Klub gleichzeitig acht Ligaphasen-Siege und die Spitzenposition im Value Pillar erreicht.

Was bekommt ein Klub mindestens? Wer die Ligaphase erreicht und alle acht Spiele verliert, kommt auf 4,31 Millionen Euro Startgeld, 75.000 Euro Rangbonus und den Value-Pillar-Mindestwert von 297.000 Euro – zusammen rund 4,68 Millionen Euro.

Wie viel ist der Aufstieg in die Champions League wert? Allein beim Startgeld beträgt die Differenz 14,31 Millionen Euro. Über alle Säulen hinweg verdient ein durchschnittlicher Champions-League-Teilnehmer etwa das Vier- bis Fünffache eines vergleichbaren Europa-League-Teilnehmers.

Fließt bei einem Remis Geld an die UEFA zurück? Nein. Die nicht ausgeschütteten 150.000 Euro je Remis-Paarung erhöhen den Rangbonus-Topf und werden nach Tabellenplatz umverteilt.

Was passiert mit den Klubs, die im Europa-League-Play-off scheitern? Sie erhalten 175.000 Euro je gespielter Qualifikationsrunde und wechseln in die Ligaphase der Conference League, wo sie mindestens weitere 3,17 Millionen Euro Startgeld kassieren.

Warum kann Aston Villa den Titel nicht verteidigen? Der Klub hat sich über die Premier League für die Champions League qualifiziert. Ein Wechsel von der Champions League in die Europa League ist ab der Ligaphase im neuen Format nicht mehr möglich.


Quellen

  • UEFA, Rundschreiben Nr. 48/2026 vom 13. Juli 2026: Ausschüttungssystem der UEFA-Klubwettbewerbe 2026/27
  • UEFA.com, Wettbewerbskalender Europa League 2026/27
  • Eigene Berechnungen auf Basis der veröffentlichten Anteilswerte

Stand: 2. August 2026. Sämtliche Beträge sind vorläufig. Die endgültige Ausschüttung hängt nach Angaben der UEFA von den tatsächlich eingegangenen Zahlungen ab.

Besten Dank für dein Interesse!

Gründer von Fussball-Geld.de. Studierter Jurist und Master im Sportmanagement. Interesse für Zahlen, Übersichten, Recht und wirtschaftliche Hintergründe im Fußball.

Leave A Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.