DFB-Pokal 2026/27: So setzen sich die 64 Teilnehmer zusammen

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Der DFB-Pokal zählt zu den wenigen Wettbewerben, in denen Bundesligisten, Traditionsvereine aus den unteren Profiligen und regionale Amateurklubs unmittelbar aufeinandertreffen können. In der Saison 2026/27 nehmen erneut 64 Mannschaften an der ersten Hauptrunde teil.

Das Teilnehmerfeld setzt sich aus vier Gruppen zusammen:

QualifikationswegAnzahl der Vereine
Bundesliga 2025/2618
2. Bundesliga 2025/2618
3. Liga 2025/264
Vertreter der Landesverbände24
Gesamt64

Die Grundlage bilden damit 36 Vereine aus den beiden Bundesligen, vier Mannschaften aus der 3. Liga und 24 Vertreter der insgesamt 21 DFB-Landesverbände.

18 Teilnehmer aus der Bundesliga

Alle Vereine, die in der Saison 2025/26 in der Bundesliga gespielt haben, sind automatisch für den DFB-Pokal 2026/27 qualifiziert. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Klub Meister geworden ist, einen Europapokalplatz erreicht hat oder aus der Bundesliga abgestiegen ist.

Zur Gruppe der Bundesligisten gehören unter anderem der FC Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart. Aber auch die Bundesliga-Absteiger bleiben für die folgende Pokalsaison startberechtigt, weil für die Qualifikation die Ligazugehörigkeit der abgelaufenen Saison entscheidend ist.

Eine zusätzliche Qualifikation für den Titelverteidiger gibt es nicht. Der Pokalsieger ist üblicherweise ohnehin über seine Platzierung in einer der Profiligen für die nächste Austragung qualifiziert.

18 Teilnehmer aus der 2. Bundesliga

Auch sämtliche 18 Mannschaften der 2. Bundesliga 2025/26 nehmen am DFB-Pokal teil. Aufsteiger in die Bundesliga und Absteiger in die 3. Liga gehören somit ebenfalls zum Teilnehmerfeld.

In der Saison 2026/27 sind dadurch beispielsweise der FC Schalke 04, Hertha BSC, der 1. FC Kaiserslautern und der 1. FC Nürnberg im Pokal vertreten. Entscheidend ist auch hier ausschließlich, dass die Mannschaft in der vorherigen Spielzeit der 2. Bundesliga angehörte.

Bundesliga und 2. Bundesliga stellen gemeinsam 36 der insgesamt 64 Teilnehmer. Damit kommen mehr als die Hälfte aller Pokalstarter aus den beiden höchsten deutschen Spielklassen.

Vier Startplätze über die 3. Liga

Aus der 3. Liga qualifizieren sich grundsätzlich die vier bestplatzierten teilnahmeberechtigten Mannschaften der Abschlusstabelle.

Für den DFB-Pokal 2026/27 waren dies:

  • VfL Osnabrück
  • FC Energie Cottbus
  • Rot-Weiss Essen
  • MSV Duisburg

Osnabrück beendete die Drittligasaison als Meister, Cottbus wurde Zweiter. Rot-Weiss Essen und der MSV Duisburg komplettierten als Dritt- beziehungsweise Viertplatzierter die vier regulären Drittligastartplätze.

Zweite Mannschaften von Lizenzvereinen dürfen nicht am DFB-Pokal teilnehmen. Würde eine nicht teilnahmeberechtigte Reservemannschaft unter den ersten vier Plätzen landen, würde der Startplatz an den nächsten teilnahmeberechtigten Verein in der Tabelle weitergegeben.

24 Teilnehmer aus den Landesverbänden

Die verbleibenden 24 Startplätze werden über die 21 Landesverbände des DFB vergeben. Im Normalfall qualifiziert sich jeweils der Sieger des regionalen Verbandspokals.

Dazu gehören unter anderem Wettbewerbe wie:

  • der Westfalenpokal,
  • der Mittelrheinpokal,
  • der Niederrheinpokal,
  • der Bayerische Toto-Pokal,
  • der Hessenpokal,
  • der Berliner Landespokal,
  • der Sachsenpokal,
  • der Niedersachsenpokal.

Über diese Wettbewerbe können auch Regionalligisten, Oberligisten oder theoretisch sogar Mannschaften aus noch niedrigeren Spielklassen den Einzug in den DFB-Pokal schaffen. Voraussetzung ist, dass sie sich zunächst für den jeweiligen Verbandspokal qualifizieren und diesen anschließend gewinnen.

In der Saison 2026/27 sind über diesen Weg beispielsweise der HEBC Hamburg, VSG Altglienicke, der FC Carl Zeiss Jena, der Hallesche FC, der Würzburger Kickers, der SC Verl und der 1. FC Saarbrücken dabei.

Warum gibt es 24 Plätze für nur 21 Landesverbände?

Da der DFB 21 Landesverbände besitzt, durch die Landes- beziehungsweise Verbandspokalsieger aber insgesamt 24 Startplätze vergeben werden müssen, erhalten drei Verbände jeweils einen zusätzlichen Teilnehmer.

Diese zusätzlichen Plätze gehen an die mitgliederstarken Landesverbände Bayern, Niedersachsen und Westfalen. Wie der zweite Teilnehmer bestimmt wird, unterscheidet sich je nach Verband und Wettbewerbssystem.

Für den DFB-Pokal 2026/27 gingen die zusätzlichen Startplätze an:

LandesverbandZusätzlicher TeilnehmerQualifikationsweg
BayernTSV 1860 MünchenZweiter des Bayerischen Toto-Pokals
NiedersachsenSSV Jeddeloh IISieger des Niedersachsenpokals für Dritt- und Regionalligisten
WestfalenSV Westfalia RhynernMeister der Oberliga Westfalen

Der TSV 1860 München profitierte dabei vom bayerischen System, während Westfalia Rhynern den westfälischen Zusatzplatz über die Oberligameisterschaft erhielt. Rhynern war zugleich der letzte Verein, der das 64 Mannschaften umfassende Teilnehmerfeld komplettierte.

Sonderfall: Ein Verein ist bereits über die Liga qualifiziert

Gewinnt ein Verein seinen Landespokal, obwohl er bereits über einen der ersten vier Plätze der 3. Liga qualifiziert ist, verfällt der regionale Startplatz nicht. Stattdessen rückt grundsätzlich der nächste teilnahmeberechtigte Verein aus dem jeweiligen Verbandspokal nach.

Ein Beispiel aus der Qualifikation für 2026/27 ist der Niederrheinpokal. Der MSV Duisburg gewann das Finale gegen den SC St. Tönis, war jedoch bereits über seine Platzierung in der 3. Liga für den DFB-Pokal qualifiziert. Dadurch erhielt auch der unterlegene Finalist SC St. Tönis einen Startplatz in der ersten Hauptrunde.

Solche Konstellationen erklären, warum nicht jeder Landesverbandsvertreter zwingend ein Pokalsieger sein muss.

Zwei Lostöpfe mit jeweils 32 Mannschaften

Für die Auslosung der ersten Hauptrunde werden die 64 Vereine in zwei Lostöpfe aufgeteilt.

Im sogenannten Profitopf befinden sich grundsätzlich die 18 Bundesligisten sowie die 14 bestplatzierten Mannschaften der vorherigen Zweitligasaison. Der Amateur- beziehungsweise zweite Lostopf besteht aus den vier schwächsten Zweitligisten, den vier über die 3. Liga qualifizierten Mannschaften und den 24 Vertretern der Landesverbände.

Dadurch enthält jeder Topf genau 32 Mannschaften. In der ersten Runde wird jeweils ein Verein aus dem Amateur- beziehungsweise unteren Topf gegen eine Mannschaft aus dem Profitopf gelost.

Der niedriger eingestufte Verein besitzt dabei grundsätzlich Heimrecht. Das sorgt regelmäßig dafür, dass Bundesligisten bei kleineren Vereinen antreten müssen.

Wirtschaftliche Bedeutung für Amateurvereine

Sportlich sind die Chancen eines Ober- oder Regionalligisten gegen einen Bundesligisten häufig gering. Wirtschaftlich kann bereits die Teilnahme an der ersten Hauptrunde jedoch von erheblicher Bedeutung sein.

Neben der garantierten Ausschüttung aus den Vermarktungserlösen kommen Einnahmen aus Eintrittskarten, Gastronomie, Werbung und gegebenenfalls einer Liveübertragung hinzu. Besonders attraktiv sind deshalb Heimspiele gegen Vereine wie Bayern München, Borussia Dortmund oder Schalke 04.

Gleichzeitig entstehen Kosten für Sicherheitsauflagen, zusätzliche Tribünen, Personal und die technische Organisation. Erfüllt die eigene Spielstätte die Anforderungen nicht, muss ein kleiner Verein sein Heimspiel möglicherweise in ein größeres Stadion verlegen. Der finanzielle Nutzen hängt deshalb nicht nur vom Gegner und der Zuschauerzahl, sondern auch von den Veranstaltungskosten ab.

Fazit

Das Teilnehmerfeld des DFB-Pokals 2026/27 folgt einer klaren Struktur: 18 Bundesligisten, 18 Zweitligisten, vier Vereine aus der 3. Liga und 24 Vertreter der Landesverbände ergeben zusammen 64 Mannschaften.

Gerade die 24 regional vergebenen Startplätze verleihen dem Wettbewerb seinen besonderen Charakter. Durch die Landespokale erhalten auch kleinere Vereine die Möglichkeit, auf einen Bundesligisten zu treffen und neben einem sportlichen Höhepunkt bedeutende zusätzliche Einnahmen zu erzielen.

Der DFB-Pokal bleibt damit eine Verbindung zwischen Profi- und Amateurfußball – und für viele kleinere Klubs eines der wirtschaftlich und sportlich wichtigsten Spiele ihrer Vereinsgeschichte.

Gründer von Fussball-Geld.de. Studierter Jurist und Master im Sportmanagement. Interesse für Zahlen, Übersichten, Recht und wirtschaftliche Hintergründe im Fußball.

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