Glossar

Bilanz

Bilanznach oben

Eine Gegenüberstellung von Vermögen und Finanzierung zu einem Stichtag. Die linke Seite zeigt, was ein Klub besitzt, die rechte, woher das Geld dafür stammt. Beide Seiten sind immer gleich hoch.

Bilanzsummenach oben

Die Summe aller Vermögenswerte zum Stichtag, also die Gesamtgröße der Bilanz. Sie ist ein grobes Maß für die wirtschaftliche Größe eines Klubs, sagt aber nichts über dessen Ertragskraft.

Bilanzstichtagnach oben

Der Tag, auf den sich die Bilanz bezieht. Die meisten Bundesligaklubs bilanzieren zum 30. Juni, also zum Saisonende, einzelne zum 31. Dezember.

Aktivanach oben

Die Vermögensseite der Bilanz. Sie zeigt, wofür das Kapital verwendet wurde: Stadion, Trainingsgelände, Spielerwerte, Forderungen, liquide Mittel.

Passivanach oben

Die Finanzierungsseite der Bilanz. Sie zeigt, woher das Kapital stammt: aus Eigenmitteln oder von Gläubigern.

Anlagevermögennach oben

Vermögensgegenstände, die dauerhaft im Klub bleiben. Dazu zählen Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen und die aktivierten Werte der Spielerverträge.

Umlaufvermögennach oben

Vermögensgegenstände, die sich kurzfristig verändern: Forderungen aus Transfers und Sponsoring, Vorräte im Merchandising, Bankguthaben.

Rechnungsabgrenzungspostennach oben

Zahlungen, die vor dem Stichtag geflossen sind, wirtschaftlich aber zu einem späteren Zeitraum gehören. Bei Klubs typischerweise Dauerkarten- und Sponsoringerlöse für die kommende Saison.

Latente Steuernnach oben

Rechnerische Steuerwirkungen aus Unterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz. Sie entstehen, wenn ein Sachverhalt in beiden Rechenwerken unterschiedlich bewertet wird.

Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnungnach oben

Ein Posten, der entsteht, wenn zweckgebundenes Vermögen für Altersversorgungszusagen die zugehörige Verpflichtung übersteigt.

Eigenkapitalnach oben

Der Teil des Vermögens, der dem Klub selbst gehört und keinem Gläubiger geschuldet wird. Rechnerisch die Differenz zwischen Bilanzsumme und Fremdkapital.

Eigenkapitalquotenach oben

Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme. Sie zeigt, wie viel Substanzverlust ein Klub verkraften kann, bevor es existenziell wird — die aussagekräftigste Einzelkennzahl der Bilanz.

Rückstellungennach oben

Verpflichtungen, die dem Grunde nach feststehen, deren Höhe oder Fälligkeit aber noch unsicher ist. Etwa ausstehende Prämien, Prozessrisiken oder Pensionszusagen.

Verbindlichkeitennach oben

Feststehende Schulden gegenüber Dritten: Bankdarlehen, offene Transferverpflichtungen, Lieferantenrechnungen.

Sonderposten für Investitionszuschüssenach oben

Öffentliche Zuschüsse, etwa für den Stadionbau, die nicht sofort als Ertrag gebucht, sondern über die Nutzungsdauer verteilt werden.

Verschuldungsgradnach oben

Das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital. Je höher der Wert, desto stärker ist ein Klub von Gläubigern abhängig.

Anlagenintensitätnach oben

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme. Ein hoher Wert deutet auf ein eigenes Stadion oder hohe aktivierte Spielerwerte hin.

Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)nach oben

Die Gegenüberstellung von Erträgen und Aufwendungen eines Geschäftsjahres. Während die Bilanz einen Stichtag abbildet, zeigt die GuV einen Zeitraum.

Umsatzerlösenach oben

Erträge aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit: Spielbetrieb, Sponsoring, Medienrechte, Merchandising.

Rohergebnisnach oben

Die Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand und bezogener Leistungen. Viele Klubs weisen diese Größe aus, statt den Umsatz einzeln aufzuschlüsseln — deshalb steht sie in vielen Abschlüssen an erster Stelle.

Personalaufwandnach oben

Löhne, Gehälter und Sozialabgaben aller Mitarbeiter, nicht nur der Lizenzspieler. Bei Bundesligaklubs ist das fast immer der größte Aufwandsposten.

Abschreibungennach oben

Die planmäßige Verteilung der Anschaffungskosten eines Vermögensgegenstands über seine Nutzungsdauer. Im Fußball betreffen sie vor allem Gebäude und die aktivierten Ablösesummen.

Sonstige betriebliche Aufwendungennach oben

Sammelposten für alle Kosten, die keiner anderen Position zugeordnet werden: Spielbetrieb, Reisen, Marketing, Verwaltung, Beratung.

Beteiligungsergebnisnach oben

Erträge und Aufwendungen aus Anteilen an anderen Gesellschaften.

Finanzergebnisnach oben

Der Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen.

Ergebnis nach Steuernnach oben

Das Ergebnis, nachdem Ertragsteuern berücksichtigt wurden, aber vor sonstigen Steuern und Ergebnisabführungen.

Jahresüberschuss / Jahresfehlbetragnach oben

Das Endergebnis des Geschäftsjahres. Ein Überschuss erhöht das Eigenkapital, ein Fehlbetrag mindert es.

EBITnach oben

Earnings Before Interest and Taxes, also das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Es zeigt die operative Ertragskraft unabhängig von Finanzierung und Steuerlast.

EBITDAnach oben

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Im Fußball besonders aussagekräftig, weil die hohen Abschreibungen auf Transferrechte das EBIT stark verzerren können.

Gewinnabführungnach oben

Die Weiterleitung des Ergebnisses an eine übergeordnete Gesellschaft aufgrund eines Unternehmensvertrags.

Erlöse

Spielbetriebserlösenach oben

Einnahmen rund um das Spiel selbst: Ticketverkauf, Dauerkarten, Hospitality und Catering.

Ticketingnach oben

Der Verkauf von Eintrittskarten für einzelne Spiele und ganze Saisons.

Hospitalitynach oben

Hochpreisige Sitzplatzkategorien mit Bewirtung, Logen und Business Seats. Wirtschaftlich deutlich ertragsstärker als reguläre Tickets.

Werbeerlösenach oben

Einnahmen aus Sponsoring und Werbeverträgen: Trikot, Bandenwerbung, Namensrechte, Partnerprogramme.

Medienerlösenach oben

Einnahmen aus der Verwertung von Übertragungsrechten, national wie international.

TV-Geldnach oben

Der Anteil eines Klubs an der zentralen Vermarktung der Medienrechte durch die DFL. Die Verteilung folgt einem festgelegten Schlüssel, in den unter anderem die sportliche Leistung mehrerer Vorjahre einfließt.

UEFA-Prämiennach oben

Zahlungen für die Teilnahme an europäischen Wettbewerben. Sie setzen sich aus Startgeld, Leistungsprämien und marktabhängigen Komponenten zusammen und schwanken von Jahr zu Jahr erheblich.

Merchandisingnach oben

Erlöse aus dem Verkauf von Fanartikeln, eigenen Shops und Lizenzprodukten.

Transfererlösenach oben

Einnahmen aus dem Verkauf von Spielerrechten. Ob sie im Umsatz oder in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen werden, unterscheidet sich von Klub zu Klub.

Kosten und Kaderkosten

Lizenzspieleretatnach oben

Der Aufwand für die Lizenzspielerabteilung, also die Profimannschaft. Nicht zu verwechseln mit dem Personalaufwand, der alle Mitarbeiter des Klubs umfasst.

Personalaufwandsquotenach oben

Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz. Sie ist die Kennzahl, die einen Klub am schnellsten einordnet, und lässt sich über die gesamte Liga hinweg vergleichen.

Kaderkostennach oben

Sammelbegriff für alle Aufwendungen rund um die Profimannschaft: Gehälter, Abschreibungen auf Transferrechte, Prämien und Beraterhonorare.

Spielervermögennach oben

Die in der Bilanz aktivierten Ablösesummen. Sie werden über die Vertragslaufzeit planmäßig abgeschrieben. Ablösefrei verpflichtete Spieler erscheinen nicht in der Bilanz, unabhängig von ihrem Marktwert — deshalb sagt das Spielervermögen wenig über die sportliche Qualität eines Kaders aus.

Abschreibungen auf Transferrechtenach oben

Die jährliche Wertminderung der aktivierten Ablösesummen. Bei transferaktiven Klubs einer der größten Aufwandsposten überhaupt.

Transferaufwandnach oben

Ausgaben im Zusammenhang mit Spielerwechseln, soweit sie nicht aktiviert werden: Beraterhonorare, Ausbildungsentschädigungen, Handgelder.

Sponsoring

Trikotsponsornach oben

Der Partner, dessen Logo auf der Brustseite des Trikots erscheint. Wirtschaftlich in der Regel der wertvollste Einzelvertrag eines Klubs.

Ärmelsponsornach oben

Der Partner auf dem Trikotärmel. Seit 2017 in der Bundesliga zulässig und inzwischen ein eigenständiger Erlösposten.

Ausrüsternach oben

Das Unternehmen, das Trikots und Ausrüstung stellt. Die Verträge umfassen meist eine feste Zahlung und eine Beteiligung am Verkauf.

Namensrechtenach oben

Das Recht, eine Spielstätte oder ein Trainingsgelände nach einem Unternehmen zu benennen. Diese Verträge laufen typischerweise deutlich länger als Trikotverträge.

Premiumpartnernach oben

Partner unterhalb der Hauptsponsoren, oft mit branchenexklusiven Rechten. Klubs verwenden dafür unterschiedliche Bezeichnungen, was den Vergleich erschwert.

Laufzeitnach oben

Der Zeitraum, für den ein Vertrag geschlossen wurde. Bei Sponsoringverträgen meist in Saisons angegeben, nicht in Kalenderjahren.

Gesellschaftsrecht und Struktur

Ausgliederungnach oben

Die Übertragung des Lizenzspielbetriebs vom eingetragenen Verein auf eine eigenständige Kapitalgesellschaft. Der Verein bleibt bestehen und erhält dafür Anteile an dieser Gesellschaft.

Muttervereinnach oben

Der eingetragene Verein, aus dem die Profiabteilung ausgegliedert wurde. Er trägt weiterhin Mitglieder, Amateur- und Nachwuchsbereich.

Anteilseignernach oben

Sammelbegriff für alle, die Anteile an einer Gesellschaft halten: Aktionäre bei der AG, Gesellschafter bei der GmbH, Kommanditaktionäre bei der KGaA.

Kapitalanteil und Stimmrechtsanteilnach oben

Der Kapitalanteil sagt, wem wie viel vom Vermögen gehört. Der Stimmrechtsanteil sagt, wer entscheidet. Beide können auseinanderfallen, und für die Frage nach der Kontrolle ist allein der Stimmrechtsanteil maßgeblich.

Aktiengesellschaft (AG)nach oben

Kapitalgesellschaft, deren Grundkapital in Aktien zerlegt ist. Der Vorstand führt die Geschäfte eigenverantwortlich, der Aufsichtsrat überwacht ihn. Die Rechtsform bedeutet nicht automatisch einen Börsenhandel.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)nach oben

Kapitalgesellschaft, deren Gesellschafter der Geschäftsführung Weisungen erteilen können. Gehaftet wird nur mit der Einlage.

Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)nach oben

Mischform aus Personen- und Kapitalgesellschaft, mit einer persönlich haftenden Komplementärin und Kommanditaktionären. Die Geschäftsführung liegt bei der Komplementärin.

GmbH & Co. KGaAnach oben

Eine KGaA, deren Komplementärin eine GmbH ist. Diese Konstruktion erlaubt es einem Verein, trotz geringem Kapitalanteil die Kontrolle über den Klub zu behalten.

AG & Co. KGaAnach oben

Eine KGaA, deren Komplementärin eine Aktiengesellschaft ist.

Komplementärinnach oben

Die persönlich haftende Gesellschafterin einer KGaA. Sie führt die Geschäfte und vertritt die Gesellschaft nach außen.

Kommanditaktionärnach oben

Wer Aktien einer KGaA hält. Haftung nur mit der Einlage, keine Geschäftsführungsbefugnis.

Holdingnach oben

Eine Gesellschaft, deren Zweck überwiegend darin besteht, Beteiligungen zu halten und zu verwalten, ohne selbst nennenswert operativ tätig zu sein.

Tochtergesellschaftnach oben

Ein Unternehmen, auf das ein anderes beherrschenden Einfluss ausübt, meist über die Stimmrechtsmehrheit.

Schwestergesellschaftnach oben

Zwei Gesellschaften mit derselben Muttergesellschaft, ohne dass eine die andere beherrscht.

Minderheitsbeteiligungnach oben

Eine Beteiligung unterhalb der Mehrheit. Sie verschafft wirtschaftliche Teilhabe, aber keinen beherrschenden Einfluss.

Rechnungslegung und Lizenzierung

Geschäftsjahrnach oben

Der Zeitraum, für den ein Abschluss aufgestellt wird. Im Profifußball meist der 1. Juli bis 30. Juni, also die Saison.

Einzelabschlussnach oben

Der Abschluss einer einzelnen Gesellschaft, ohne ihre Beteiligungen einzubeziehen.

Konzernabschlussnach oben

Ein Abschluss, der Mutterunternehmen und beherrschte Tochtergesellschaften zusammenfasst, als wären sie ein Unternehmen. Geschäfte untereinander werden herausgerechnet. Einzel- und Konzernabschluss sind nicht vergleichbar und dürfen nie vermischt werden.

Publizitätspflichtnach oben

Die gesetzliche Pflicht, den Jahresabschluss offenzulegen. Umfang und Bestehen hängen von Rechtsform und Unternehmensgröße ab. Kapitalgesellschaften unterliegen ihr regelmäßig, eingetragene Vereine in der Regel nicht — das erklärt, warum zu manchen Klubs kaum Zahlen verfügbar sind.

Bundesanzeigernach oben

Das amtliche Verkündungs- und Bekanntmachungsorgan, in dem offenlegungspflichtige Unternehmen ihre Jahresabschlüsse veröffentlichen.

Lizenznehmernach oben

Der Rechtsträger, dem die DFL die Lizenz für den Spielbetrieb erteilt. Bei nicht ausgegliederten Klubs der eingetragene Verein, sonst die Kapitalgesellschaft. Auf ihn beziehen sich auch die veröffentlichten Finanzzahlen.

Lizenzierungsverfahrennach oben

Das jährliche Verfahren, in dem die DFL die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Klubs prüft, bevor sie die Spielberechtigung erteilt.

DFLnach oben

Die Deutsche Fußball Liga, Veranstalterin von Bundesliga und 2. Bundesliga. Sie vermarktet die Medienrechte zentral und führt das Lizenzierungsverfahren durch.

Vereinfachte Darstellung, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Vielen Dank für dein Interesse!