Das Wichtigste in Kürze
- Zur Saison 2026/27 startet ein neuer Rechtezyklus in Österreich, der bis einschließlich 2029/30 läuft.
- Der Verteilungsschlüssel der ADMIRAL Bundesliga wurde von 30/30/20/20 auf 50/30/10/10 umgestellt – der garantierte Sockelbetrag steigt damit von 30 auf 50 Prozent.
- Die Punkteteilung nach dem Grunddurchgang entfällt. Das verändert nicht nur den sportlichen Modus, sondern auch die Datengrundlage der leistungsabhängigen Säule.
- Der Österreicher-Topf wird 2026/27 noch nach altem Muster verteilt, ab 2027/28 gilt eine reine Spielminuten-Logik mit Altersstaffelung.
- Die ADMIRAL 2. Liga hat einen eigenen, davon abweichenden Schlüssel beschlossen: 35 % Sockel, 15 % Leistung, 15 % Lizenzierung, 35 % Österreicher-Topf.
- Das Erlösvolumen sinkt deutlich: Medienberichten zufolge von rund 42–44 Mio. Euro auf etwa 33–34 Mio. Euro pro Saison.
1. Der neue Rechtezyklus: weniger Geld, gleicher Hauptpartner
Nach einem langwierigen Vergabeprozess, in dem die Liga auch eine Eigenvermarktung über eine eigene Plattform prüfte, blieb es bei der klassischen Lizenzvergabe. Die Rechtelandschaft ab Sommer 2026 sieht so aus:
| Partner | Paket | Laufzeit |
|---|---|---|
| Sky Österreich | Pay-TV-Rechte an allen 195 Spielen der ADMIRAL Bundesliga live und in voller Länge, Highlight-Rechte aller Spiele, umfangreiche Free-Online-Rechte inkl. Sublizenzierung | bis 2029/30 |
| ORF | vier Free-Live-Spiele der ADMIRAL Bundesliga, Free-Highlights, Nachverwertung und Kurzberichterstattung aller 195 Spiele | bis 2029/30 |
| Sportradar / LAOLA1 | Free- und Pay-Rechte an allen 240 Spielen der ADMIRAL 2. Liga sowie die internationalen Medienrechte beider Spielklassen; zusätzlich exklusive Wettrechte (Streaming- und Datenrechte) beider Ligen | bis 2029/30 |
Zusätzlich kann die Bundesliga selbst vier weitere Free-TV-Spiele der höchsten Spielklasse vergeben. Neben der reinen Lizenzgebühr erhalten Klubs und Liga Werbezeitenkontingente bei Sky, die eigenständig vertrieben werden können – ein Erlösbestandteil, der in keiner TV-Geld-Tabelle auftaucht.
Das Volumen
Die Bundesliga selbst hat keine offiziellen Angaben zum finanziellen Volumen gemacht. Übereinstimmende Medienberichte nennen einen Rückgang von zuletzt rund 42 bis 44 Mio. Euro auf etwa 33 bis 34 Mio. Euro pro Saison. Kolportiert wird, dass davon rund 28 Mio. Euro auf Sky entfallen, der Rest auf ORF und Sportradar.
Einordnung: Der Rückgang liegt bei rund einem Viertel. Ligavorstand Christian Ebenbauer begründete die Erhöhung des Sockelbetrags ausdrücklich damit, dass gerade dann, wenn weniger zu verteilen ist, die „Grundversorgung“ der Klubs an Bedeutung gewinnt.
2. Der Verteilungsschlüssel der ADMIRAL Bundesliga ab 2026/27
Die Liga hält am international üblichen Säulenmodell fest, gewichtet die Säulen aber neu:
| Säule | Anteil | Verteilungskriterium |
|---|---|---|
| Sockelbetrag | 50 % | Fixbetrag, gleichmäßig auf alle 12 Klubs |
| Sportliche Leistung | 30 % | erspielte Punkte über die gesamte Saison |
| Stadionzuschauer | 10 % | Zuschauer-Verbandsabgaben in Höhe von 1,5 % der Ticketerlöse (ohne VIP) |
| Österreicher-Topf | 10 % | Förderrichtlinien zum Einsatz heimischer Spieler |
Der Beschluss wurde in der Klubkonferenz vom 15. Oktober 2025 gefasst und gilt für vier Saisonen bis 2029/30.
Der Vergleich zum alten Modell
| Säule | bis 2025/26 | ab 2026/27 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Sockelbetrag | 30 % | 50 % | +20 PP |
| Sportliche Leistung | 30 % | 30 % | ± 0 |
| Stadionzuschauer | 20 % | 10 % | −10 PP |
| Österreicher-Topf | 20 % | 10 % | −10 PP |
Die Umverteilung geht damit vollständig zulasten der beiden kleineren Säulen. Für Klubs mit hoher Stadionauslastung – allen voran die Wiener und Grazer Traditionsvereine – halbiert sich der relative Hebel ihrer Zuschauerzahlen. Umgekehrt profitieren Klubs mit kleinen Stadien überproportional, weil ihr garantierter Fixanteil steigt.
Der Detailpunkt, der oft übersehen wird
Die Zuschauersäule wird nicht nach Besucherzahlen, sondern nach den Verbandsabgaben von 1,5 Prozent der Ticketerlöse ohne VIP verteilt. Maßgeblich ist damit der Umsatz aus dem regulären Ticketing, nicht die reine Kopfzahl. Ein Klub mit höheren Ticketpreisen und identischem Zuschauerschnitt erhält aus dieser Säule mehr. Die bewusste Herausnahme des VIP-Bereichs verhindert, dass Hospitality-starke Klubs die Säule dominieren.
3. Der Österreicher-Topf: Übergangsjahr, dann Systemwechsel
Der Österreicher-Topf existiert seit 2004/05 und war zuletzt mit rund sechs Millionen Euro jährlich dotiert. Bei ihm findet die interessanteste Änderung statt – allerdings zeitversetzt.
Saison 2026/27 (Übergangsregelung, altes System)
- Mindestens 12 österreichische Spieler am Spielbericht (bzw. 13 bei größeren Spieltagskadern)
- Spielminuten von U22-Spielern zählen vierfach
- Spielminuten älterer Spieler zählen einfach
Ab Saison 2027/28 (neues System)
- Keine Mindestanzahl heimischer Spieler am Spielbericht mehr
- Spielminuten U22: dreifach
- Spielminuten U24: doppelt
- Spielminuten U26: einfach
- Spielminuten über 26 Jahre: keine Berücksichtigung mehr
Der Systemwechsel ist substanziell: Bislang war der Topf ein Schwellenwertmodell – wer die Quote nicht erfüllte, ging leer aus. Zuletzt verzichteten mit Sturm Graz, Red Bull Salzburg, Rapid und dem LASK gleich vier der wirtschaftlich stärksten Klubs auf eine Teilnahme, weil sich die Kaderquote mit ihren internationalen Ambitionen nicht vereinbaren ließ. Ab 2027/28 wird daraus ein reines Minutenmodell: Jeder Einsatz eines jungen Österreichers zahlt sich aus, unabhängig von der Kaderzusammensetzung.
Für 2026/27 bedeutet das: Die Verteilung dieser Säule dürfte weiterhin stark zugunsten der quotenerfüllenden Klubs ausfallen – bei einem allerdings auf 10 Prozent halbierten Topfanteil.
4. Von der Bruttosumme zur Verteilmasse
Vor der Ausschüttung an die Klubs stehen Vorabzüge. In Österreich sind das insbesondere:
- der Bewerbszuschuss der ADMIRAL Bundesliga an die ADMIRAL 2. Liga
- der Strategietopf, in dem die Klubs beider Spielklassen bereits im Dezember 2024 die bisherigen Infrastruktur- und Sicherheitstöpfe zusammengelegt haben
- die Betriebskosten der Liga sowie historisch gewachsene Sonderposten wie die Absteiger-Unterstützung und die Österreicher-Bonifikation
Die ÖFBL veröffentlicht keine klubscharfe TV-Geld-Tabelle. Anders als bei der DFL gibt es in Österreich also keine offizielle Ausschüttungsliste pro Verein – jede Zahl auf Klubebene ist eine Modellrechnung.
5. Modellrechnung 2026/27
Die folgende Rechnung ist eine Szenariorechnung von Fussball-Geld.de, keine offizielle Ligaangabe. Sie zeigt die Mechanik des Schlüssels.
Annahmen des Basisszenarios
| Parameter | Wert | Herleitung |
|---|---|---|
| Bruttoerlöse Medienrechte | 33,0 Mio. € | Medienberichte, nicht offiziell bestätigt |
| Vorabzüge (2. Liga, Strategietopf, Ligabetrieb) | 9,0 Mio. € | geschätzt |
| Netto-Verteilmasse ADMIRAL Bundesliga | 24,0 Mio. € | Modellannahme |
| Spiele der Meisterschaft | 192 | 12 Klubs × 32 Runden ÷ 2 |
| Punktsumme der Liga | ca. 530 | 192 Spiele, ca. 25 % Unentschieden |
Säulenvolumina im Basisszenario
| Säule | Anteil | Volumen | Rechengröße |
|---|---|---|---|
| Sockelbetrag | 50 % | 12,00 Mio. € | 1.000.000 € pro Klub |
| Sportliche Leistung | 30 % | 7,20 Mio. € | ca. 13.600 € pro Punkt |
| Stadionzuschauer | 10 % | 2,40 Mio. € | anteilig an der Verbandsabgabe |
| Österreicher-Topf | 10 % | 2,40 Mio. € | anteilig an gewerteten Minuten |
Sensitivität: Sockelbetrag und Punktwert je nach Verteilmasse
| Netto-Verteilmasse | Sockel pro Klub | Wert je Punkt |
|---|---|---|
| 21,0 Mio. € | 875.000 € | ca. 11.900 € |
| 24,0 Mio. € | 1.000.000 € | ca. 13.600 € |
| 27,0 Mio. € | 1.125.000 € | ca. 15.300 € |
Beispielhafte Klubprofile im Basisszenario
| Profil | Punkte | Anteil Zuschauersäule | Anteil Ö-Topf | Ausschüttung |
|---|---|---|---|---|
| Meisterschaftsanwärter, großes Stadion, ohne Ö-Topf-Teilnahme | 70 | 14 % | 0 % | ca. 1,89 Mio. € |
| Europacup-Kandidat, mittlere Zuschauerbasis | 50 | 9 % | 12 % | ca. 2,18 Mio. € |
| Qualifikationsgruppen-Klub, kleines Stadion, starke Ö-Quote | 30 | 4 % | 18 % | ca. 1,94 Mio. € |
Die Spreizung zwischen Erstem und Letztem liegt bei diesem Modell in einer Größenordnung von rund 1,3 bis 1,5 zu 1. Zum Vergleich: In der deutschen Bundesliga liegt der Faktor zwischen dem bestdotierten und dem schlechtestdotierten Klub bei etwa 2,8 zu 1. Die österreichische Verteilung ist damit eine der solidarischsten Europas – auch weil der absolute Betrag so gering ist, dass eine stärkere Spreizung die kleinen Klubs unmittelbar existenziell treffen würde.
6. ADMIRAL 2. Liga: ein völlig eigener Schlüssel
Am 3. Dezember 2025 beschloss die Klubkonferenz der zweithöchsten Spielklasse einen separaten Verteilungsschlüssel für die zentralen Erlöse – also für den Bewerbszuschuss der ADMIRAL Bundesliga, die Erlöse aus der TV-Vermarktung, Betting Data und Bewerbssponsoring:
| Säule | Anteil | Kriterium |
|---|---|---|
| Sockelbetrag | 35 % | Gleichverteilung auf alle teilnehmenden Klubs |
| Sportliche Leistung | 15 % | erspielte Punkte |
| Lizenzierung | 15 % | Klubs mit erteilter Bundesliga-Lizenz, ausgenommen Aufsteiger |
| Österreicher-Topf | 35 % | absolvierte Minuten von Österreichern, U22 vierfach gewertet |
Zwei Details verdienen Beachtung:
- Der Lizenzbonus ist auf maximal 150.000 Euro pro Klub gedeckelt. Ein etwaiger Restbetrag aus dieser Säule fließt in den Sockelbetrag zurück. Damit entsteht ein zweckgebundener Anreiz zur Erfüllung der Erstliga-Lizenzkriterien, ohne dass wenige Klubs die Säule leerräumen können.
- Der Österreicher-Topf bleibt in der 2. Liga ein Schwellenwertmodell. Anders als in der Bundesliga ab 2027/28 gilt hier weiterhin die Regel, dass 12 von 18 Spielern am Spielbericht Österreicher sein müssen. Mit 35 Prozent ist er zugleich die mit Abstand stärkste variable Säule.
Die Zweitligisten setzen damit einen deutlich anderen Schwerpunkt als die Bundesliga: In der 2. Liga werden 65 Prozent zweck- und leistungsgebunden verteilt, in der Bundesliga nur 50 Prozent. Die Ausbildungsfunktion der Liga wird über den Verteilungsschlüssel explizit monetarisiert.
7. Der Modus-Effekt: warum die abgeschaffte Punkteteilung Geld bewegt
Seit der Ligenreform 2018 wurden die Punkte nach dem Grunddurchgang halbiert. Ab 2026/27 ist damit Schluss – jeder Punkt zählt bis zum Saisonende voll. Das Zwölferliga-Format mit Meister- und Qualifikationsgruppe sowie dem Europacup-Playoff um das letzte internationale Ticket bleibt bestehen.
Für die leistungsabhängige Säule bedeutet das eine strukturell größere Punktespreizung. Die Halbierung hat bislang die absoluten Abstände zwischen starken und schwachen Klubs mechanisch komprimiert. Ohne sie wächst der Punkteabstand zwischen Tabellenerstem und -letztem – und damit die Streuung innerhalb der 30-Prozent-Säule.
Interessant ist das Zusammenspiel beider Beschlüsse: Die Liga erhöht den Sockel und entkomprimiert gleichzeitig die Leistungssäule. Die beiden Effekte laufen gegeneinander. Netto überwiegt die Sockelerhöhung deutlich, weil sie 20 Prozentpunkte des Gesamtvolumens umschichtet.
8. Internationale Einordnung
| Liga | Klubs | Zentrale Medienerlöse p. a. | pro Klub im Schnitt |
|---|---|---|---|
| Bundesliga (DE) | 18 | ca. 1,12 Mrd. € (national, inkl. 2. BL) | ca. 50 Mio. € |
| Eredivisie (NL) | 18 | ca. 117,5 Mio. € | ca. 6,5 Mio. € |
| ADMIRAL Bundesliga (AT) | 12 | ca. 33 Mio. € (inkl. 2. Liga) | ca. 2 Mio. € |
Ein österreichischer Erstligist erhält aus der zentralen Medienvermarktung damit ungefähr so viel, wie ein deutscher Bundesligist an einem einzigen Ligaspieltag anteilig einnimmt. Das erklärt, warum in Österreich die Europacup-Erlöse der UEFA und die Transfererlöse die eigentlichen Hebel der Klubfinanzierung sind: Allein das Startgeld für die Ligaphase der Champions League liegt bei 18,62 Mio. Euro – mehr als die gesamte nationale TV-Ausschüttung aller zwölf Klubs zusammen.
FAQ
Wie werden die TV-Gelder in Österreich 2026/27 verteilt? Nach einem Vier-Säulen-Modell: 50 Prozent Sockelbetrag gleichmäßig auf alle zwölf Klubs, 30 Prozent nach erspielten Punkten, 10 Prozent nach den Zuschauer-Verbandsabgaben von 1,5 Prozent der Ticketerlöse ohne VIP und 10 Prozent über den Österreicher-Topf.
Wie viel Geld verteilt die österreichische Bundesliga? Die Liga hat keine offiziellen Zahlen genannt. Medienberichten zufolge sinken die Erlöse aus der Medienvermarktung von rund 42 bis 44 Mio. Euro auf etwa 33 bis 34 Mio. Euro pro Saison.
Was ist der Österreicher-Topf? Ein seit 2004/05 bestehender Fördertopf, der Klubs für den Einsatz österreichischer Spieler belohnt. 2026/27 gilt noch die alte Regelung mit Mindestquote am Spielbericht und vierfacher Wertung von U22-Minuten. Ab 2027/28 entfällt die Quote, dann zählen U22-Minuten dreifach, U24-Minuten doppelt und U26-Minuten einfach.
Wer überträgt die österreichische Bundesliga ab 2026/27? Sky Österreich zeigt alle 195 Spiele live im Pay-TV, der ORF erhält vier Free-Live-Spiele sowie Highlights. Die ADMIRAL 2. Liga läuft bei Sportradar/LAOLA1. Alle Verträge laufen bis 2029/30.
Wie unterscheidet sich der Schlüssel der ADMIRAL 2. Liga? Die zweite Liga verteilt 35 Prozent als Sockelbetrag, 15 Prozent nach Punkten, 15 Prozent als Lizenzbonus mit einer Deckelung bei 150.000 Euro pro Klub und 35 Prozent über den Österreicher-Topf.
Gibt es eine offizielle TV-Geld-Tabelle pro Klub? Nein. Die ÖFBL veröffentlicht keine klubscharfe Ausschüttungsliste. Alle kursierenden Klubwerte sind Modellrechnungen auf Basis des veröffentlichten Schlüssels.