Wichtiger Hinweis vorab: Anders als die Bundesliga spielt die Allsvenskan keine Saison im Winterrhythmus (Sommer bis Frühsommer), sondern eine reine Kalenderjahr-Saison von April bis November. Es gibt somit keine „Saison 2026/27″ im schwedischen Fußball – die aktuelle Spielzeit heißt schlicht Saison 2026 und läuft seit dem 5. April. Dieser Artikel behandelt die TV-Geld-Verteilung dieser laufenden Saison.
Der neue TV-Vertrag: TV4 und Telia übernehmen
Zur Saison 2026 hat sich die schwedische Eliteliga von ihrem langjährigen Rechtepartner Warner Bros. Discovery (zuvor sichtbar über Max/C More sowie discovery+) getrennt. Neue Rechteinhaber für die Allsvenskan und die zweite Liga Superettan sind TV4 und Telia, die sich die Live-Übertragungsrechte in einer Vereinbarung mit dem Ligaverband Svensk Elitfotboll (SEF) gesichert haben. Der Vertrag läuft über sechs Spielzeiten, von 2026 bis 2031, und markiert einen der größten Sportrechte-Deals der schwedischen TV-Geschichte.
Laut dem Fachmedium Idrottens Affärer soll der Vertrag ein Gesamtvolumen von rund 3,6 Milliarden schwedischen Kronen über die Laufzeit haben – das entspricht etwa 600 Millionen Kronen pro Jahr (umgerechnet zum aktuellen Kurs von rund 0,09 Euro je Krone ungefähr 54 Millionen Euro jährlich). Alle Spiele beider Ligen sind künftig exklusiv auf TV4 Play sowie im Sportpaket von Telia zu sehen.
Zum Vergleich: Der zentral vermarktete deutsche Medienrechte-Topf der Bundesliga bewegt sich saisonal im Bereich von über einer Milliarde Euro – die Allsvenskan operiert damit finanziell in einer völlig anderen Größenordnung, was angesichts der Marktgröße (rund 10,4 Millionen Einwohner in Schweden gegenüber rund 84 Millionen in Deutschland) auch zu erwarten ist.
Verteilungsschlüssel: 77 Prozent für die Allsvenskan
Laut übereinstimmenden Medienberichten wird der TV-Geld-Topf zwischen den beiden höchsten schwedischen Spielklassen wie folgt aufgeteilt:
- 77 % an die 16 Klubs der Allsvenskan
- 23 % an die 16 Klubs der Superettan
Bezogen auf die geschätzten 600 Millionen Kronen Jahresvolumen ergibt das rechnerisch einen Allsvenskan-Topf von etwa 462 Millionen Kronen (ca. 41,8 Mio. Euro) pro Saison. Diese Aufteilung stammt aus Sekundärquellen (u. a. dem Portal Sportbloggare.com) und wurde von SEF selbst bislang nicht offiziell mit exakten Zahlen bestätigt – wir behandeln sie daher als plausible, aber nicht offiziell verifizierte Branchenangabe.
Das Verteilungsmodell: Fünf-Jahres-Tabellenschnitt statt Marktpool
Der entscheidende strukturelle Unterschied zur Bundesliga liegt im Verteilungsmodell selbst. Während die DFL ihre TV-Gelder über ein mehrstufiges System aus Grundbetrag, sportlichem Erfolg (meist der letzten vier Jahre) und Zuschauerinteresse verteilt, nutzt die Allsvenskan ein deutlich einfacheres Prinzip:
Die TV-Geld-Verteilung basiert ausschließlich auf der durchschnittlichen Tabellenplatzierung der letzten fünf Spielzeiten. Jeder Verein sammelt für jede der letzten fünf Saisons Platzierungspunkte (Platz 1 = 1 Punkt, Platz 16 = 16 Punkte usw.), diese werden summiert – je niedriger die Summe, desto besser die historische Performance und desto höher der Anteil am TV-Geld-Topf. Bei Punktgleichheit nach fünf Jahren wird der entsprechende Anteil hälftig zwischen den betroffenen Klubs geteilt.
Es fließt also kein aktueller Saisonerfolg unmittelbar in die Verteilung ein – ein Klub profitiert von guten Platzierungen erst mit Verzögerung über den rollierenden Fünf-Jahres-Schnitt. Neuaufsteiger ohne fünfjährige Erstliga-Historie in diesem Zeitraum landen entsprechend auf den hinteren Rängen der Verteilungstabelle.
TV-Geld-Verteilung Allsvenskan, Saison 2026
Die folgende Tabelle zeigt die für die laufende Saison 2026 gültige Verteilung. Örgryte IS hat sich im Play-off gegen IFK Norrköping (Hinspiel 3:0, Rückspiel 0:0) den 16. Startplatz gesichert und ersetzt Norrköping in der Berechnung; die Beträge in Euro sind zum aktuellen Kurs (≈ 0,09 EUR/SEK) gerundete Näherungswerte, keine offiziellen Auszahlungsbeträge.
| Platz | Verein | Anteil am TV-Geld-Topf | ca. Betrag (SEK) | ca. Betrag (EUR) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Malmö FF | 9,35 % | 43,2 Mio. | 3,9 Mio. |
| 2 | Djurgårdens IF | 8,55 % | 39,5 Mio. | 3,6 Mio. |
| 3 | Hammarby IF | 7,60 % | 35,1 Mio. | 3,2 Mio. |
| 4 | IF Elfsborg | 6,85 % | 31,6 Mio. | 2,8 Mio. |
| 5 | AIK | 6,35 % | 29,3 Mio. | 2,6 Mio. |
| 6 | BK Häcken | 5,95 % | 27,5 Mio. | 2,5 Mio. |
| 6 | Mjällby AIF | 5,95 % | 27,5 Mio. | 2,5 Mio. |
| 8 | IFK Göteborg | 5,70 % | 26,3 Mio. | 2,4 Mio. |
| 9 | IK Sirius | 5,575 % | 25,8 Mio. | 2,3 Mio. |
| 9 | Kalmar FF | 5,575 % | 25,8 Mio. | 2,3 Mio. |
| 11 | GAIS | 5,50 % | 25,4 Mio. | 2,3 Mio. |
| 12 | Halmstads BK | 5,45 % | 25,2 Mio. | 2,3 Mio. |
| 13 | IF Brommapojkarna | 5,40 % | 25,0 Mio. | 2,3 Mio. |
| 13 | Degerfors IF | 5,40 % | 25,0 Mio. | 2,3 Mio. |
| 13 | Västerås SK | 5,40 % | 25,0 Mio. | 2,3 Mio. |
| 13 | Örgryte IS | 5,40 % | 25,0 Mio. | 2,3 Mio. |
Hinweis: Häcken/Mjällby sowie Sirius/Kalmar liegen nach fünf Jahren punktgleich; ihnen wurde laut Quelle jeweils der halbierte Anteil der zusammengelegten Platzierungswerte zugewiesen.
Spitzenreiter bleibt Malmö FF, gestützt auf die Meistertitel 2021, 2023 und 2024 – trotz einer schwächeren Saison 2025 reicht der Fünf-Jahres-Schnitt für Rang eins. Den größten Zuwachs gegenüber der Vorjahresverteilung verzeichnet Hammarby IF (+0,75 Prozentpunkte), während IF Elfsborg (–0,75 Prozentpunkte) den stärksten Rückgang hinnehmen muss.
Zusätzliche Einnahmequelle: Hauptsponsor Unibet
Neben den TV-Geldern erhalten die Klubs beider Ligen laut Berichten eine gesonderte Zahlung ihres gemeinsamen Hauptsponsors Unibet in Höhe von insgesamt rund 20 Millionen Kronen. Diese Summe ist nicht Teil des TV-Vertrags und fließt nicht in die obige Berechnung ein; sie stammt aus derselben Einzelquelle wie der Verteilungsschlüssel und wird hier nur nachrichtlich erwähnt.
Einordnung: Schweden vs. Bundesliga
- Verteilungslogik: Die Bundesliga staffelt ihre Erlöse über ein vierstufiges Modell (u. a. nationale und internationale Verwertung, sportlicher Erfolg über vier Jahre, Free-TV-Anteil). Die Allsvenskan kennt nur einen einzigen Faktor: den Fünf-Jahres-Tabellenschnitt.
- Volumen: Mit umgerechnet rund 42 Mio. Euro Jahrestopf für 16 Erstligisten bewegt sich die Allsvenskan finanziell näher an unteren Ligen Mitteleuropas als an der Bundesliga.
- Trägheit des Systems: Der Fünf-Jahres-Schnitt sorgt für deutlich stabilere, planbarere Einnahmen der Traditionsklubs (Malmö, Djurgården, Hammarby, AIK) als ein rein aktuelles Erfolgsmodell – Aufsteiger wie Örgryte oder Västerås starten dagegen strukturell auf den hintersten Rängen der Verteilung.
Methodik und Transparenz
- Vertragsvolumen (3,6 Mrd. SEK / 6 Jahre) und Vertragspartner: bestätigt über mehrere Quellen (Idrottens Affärer, Telia-Pressemitteilung, TV4-Pressemitteilung, Svensk Elitfotboll).
- 77/23-Aufteilung Allsvenskan/Superettan sowie klubgenaue Prozentanteile: einzelquellenbasiert (Sportbloggare.com), nicht offiziell von SEF veröffentlicht. Wir stufen diese Angaben als plausibel, aber ungeprüft ein.
- Euro-Umrechnungen: gerundete Näherungswerte auf Basis des Kurses von ca. 0,09 EUR/SEK (Stand: Sommer 2026), keine exakten Auszahlungsbeträge.
- Play-off-Ergebnis Örgryte vs. IFK Norrköping (Endstand 3:0): bestätigt über mehrere Quellen (Svensk Fotboll, SVT Sport).
FAQ
Wie viele Vereine spielen in der Allsvenskan 2026? 16 Vereine, darunter die Aufsteiger Kalmar FF, Västerås SK und Örgryte IS.
Wer erhält das meiste TV-Geld in der Allsvenskan 2026? Malmö FF mit einem geschätzten Anteil von 9,35 % des Verteilungstopfs, gestützt auf die beste Fünf-Jahres-Bilanz aller Klubs.
Nach welchem Prinzip wird das TV-Geld verteilt? Ausschließlich nach der durchschnittlichen Tabellenplatzierung der letzten fünf Spielzeiten – nicht nach der aktuellen Saison.
Gibt es eine Saison 2026/27 in der Allsvenskan? Nein. Die Allsvenskan spielt eine Kalenderjahr-Saison (April bis November); die aktuelle Spielzeit heißt Saison 2026.