Erstes Crowdfunding im deutschen Profifußball – 400.000 € für den VfL Osnabrück

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„Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück“ – Fans als Unterstützer

Der VfL Osnabrück greift im Kampf um die Lizenz für den Spielbetrieb in der 3. Liga auf ein im Fußball völlig neues Mittel zurück – Das sogenannte „Crowdfunding“.

Um die Lizenz für den Spielbetrieb in der 3. Liga zu erhalten, müssen bis zum 27.05.2014 bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, darunter auch die Hinterlegung der vom Deutschen Fußball-Bund festgelegten Liquiditätsreserve. Insgesamt beläuft sich die Liquiditätsreserve auf 960.000 Euro, die in Form von Barmitteln oder Bürgschaften erbracht werden muss. 400.000 Euro sollen dabei über das erste „Crowdfunding“ im deutschen Profifußball generiert werden. Damit hat jeder Fan des VfL Osnabrück die Möglichkeit, ein Teil zur Lizensierung beizutragen und im wahrsten Sinne „ein Stück VfL Osnabrück“ zu sein. Der Fan als Investor hat die Möglichkeit den Verein durch das Crowdfunding durch ein Darlehen zu unterstützen, an dem er sogar noch selbst Geld verdienen kann.

Spannend bleibt die Frage, ob das Fundingziel von 400.000 € innerhalb von diesem kurzen Zeitraum (22.05.2014 15.30 Uhr bis 26.05.2014 12.00 Uhr) erreicht werden kann. Bis jetzt sieht es aber sehr positiv aus. Innerhalb von nicht einmal 24 Stunden wurden bereits 196.041 € gezeichnet (Stand 23.05.2014, 12.23 Uhr) gezeichnet. Insgesamt beteiligten sich bereits 440 Investoren.

Quelle: crowdrange.de/project/vfl-osnabruck/

Wie funktioniert das Crowdfunding?

Jeder kann sich an dem Crowdfunding beteiligen. Der Mindestbetrag liegt bei 50 Euro. Darüber hinaus ist jeder volle Euro-Betrag möglich. Zeitraum ist der 22.05.2014 12.30 Uhr bis zum 26.05.2014 um 12.00 Uhr.

Der Zinssatz liegt bei 3% pro Jahr, beginnend mit dem 1. Juni 2014. Hinzu kommen können weitere 2 % pro Jahr, sofern der VfL in der Saison 2014/15 aufsteigt und die Teilnahme am Spielbetrieb in der 2. Bundesliga in der Saison 2015/16 gewährleistet ist. Die Verzinsung erfolgt dabei für den gesamten Verzinsungszeitraum vom 1.6.2014 bis 30.11.2015 und wird gemeinsam mit der Rückzahlung des Darlehens am 1.12.2015 ausbezahlt. Eine Zinseszinsberechnung erfolgt dabei nicht. Zahlt man beispielsweise 50 Euro ein, bekommt man 52,25 Euro (3%), bei Aufstieg 53,75 (5%) Euro zurück.

Bei dem Crowdfunding handelt es sich rechtlich gesehen um ein „Schuldscheindarlehen“, in Form des sogenannten „qualifiziert nachrangigen Darlehen“. Das bedeutet, dass im Falle der Insolvenz der VfL Osnabrück GmbH & Co. KGaA., Darlehen der Investoren im Rang hinter anderen Forderungen gegen die VfL Osnabrück GmbH & Co. KGaA zurücktreten. Kommt das Geld bis zum 26.05.2014 zusammen, wird es auf ein Konto des DFB überwiesen und als Nachweis für die Liquiditätsreserve verwendet. Wird die Lizenz für die Saison 2014/2015 nicht erteilt, wird das Geld unverzinst an die Darlehensgeber zurückbezahlt.

Initiator der Crowdfunding Idee ist FooBiz Consulting, die bereits als Projektleiter bei der „Betze-Anleihe 2013/19“ des 1. FC Kaiserslautern (in der Saison 2012/13) und der „Pauli-Anleihe 2011/18“ des FC St. Pauli (in der Saison 2011/12) fungierten.

Hier geht es direkt  zur Crowdfunding Seite.

% S Kommentare
  1. klm sagt

    Der VFL muss sich sehr sicher sein, dass das Funding sein Ziel erreicht. Man nutzt eine alles anderes als etablierte Plattform. Der Pitch ist eher lieblos (Perks also Prämien kommen etw. noch). Das Ganze scheint mir sehr heißer Nadel gestrickt zu sein. Eben so, wenn man sich seiner Sache sehr sicher ist. Das Projekt könnte aber eine Blaupause für weitere Crowdfundings im Fußball sein.

  2. pbroehl sagt

    Update:
    Mittlerweile hat der gezeichnete Betrag die 400.000€ Grenze überschritten.

  3. […] und erhalten für die von ihnen gezeichneten Darlehensbeträge eine Fixverzinsung von 3 % p.a., wie auf Fussball-Geld.de berichtet wird.  Darüber hinaus erhält man 2 % zusätzlich, wenn der Verein in der nächsten Saison in die 2. […]

  4. Thomas sagt

    In vielen Bereichen wird mittlerweile auf Crowdfunding zurückgegriffen und das sehr erfolgreich. Warum also nicht auch beim Fussball.

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