Was verdienen die Vereine durch die Champions League?

Was verdienen die Vereine durch die Champions League?

Heute Abend beginnt die UEFA Champions League Saison 2014/2015. In der Gruppenphase werden wieder 32 Mannschaften teilnehmen, unter anderem die deutschen Teilnehmer Bayern München, Borussia Dortmund, Schalke 04 und Bayer Leverkusen. Das Finale wird am 6. Juni 2015 im Berliner Olympiastadion stattfinden. Der Sieger qualifiziert sich für den UEFA Super Cup 2015 und die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2015. Titelverteidiger ist Real Madrid. Soviel zum sportlichen Teil. Doch was genau ist die Champions League für die Vereine wert, wieviel kann man durch den Wettbewerb tatsächlich einnehmen. In dem folgenden Beitrag werden einige Einnahmefaktoren beleuchtet.

Faktor 1: Die Prämien (8,6 – 37,4 Mio €)

Der erste Einnahmefaktor sind die von der UEFA ausgezahlten Prämien. Alle Vereine in der Gruppenphase bekommen zunächst eine Teilnahmeprämie von 8,6 Millionen Euro  zugesprochen.  Zusätzlich gibt es in der Gruppenphase Leistungsprämien: Eine Millionen Euro pro Sieg und 500.000 Euro pro Unentschieden. In der K.O-Phase gab es dann Prämien für das Weiterkommen: 3,5 Millionen Euro für das Erreichen des Achtelfinales, 3,9 für das Viertelfinale, 4,9 für das Halbfinale, 6,5 für das Erreichen des Finales und 10,5 für den Sieger. Zusammengefasst:

  • Teilnahmeprämie: 8,6 Mio €
  • Leistungsprämien: 1 Mio € pro Sieg, 500.000 € je Unentschieden
  • Achtelfinale: 3,5 Mio €
  • Viertelfinale: 3,9 Mio €
  • Halbfinale: 4,9 Mio €
  • Finale: 6,5 Mio €
  • Sieger: 10,5 Mio €

Garantiert sind also Einnahmen von 8,6 Mio €, im Bestfall gibt es 37,4 Mio €.

Faktor 2: Der Market-Pool (6,18 – 24,72 Mio €)

Der Anteil des jeweiligen Vereines am Marktpool berechnet sich aus vier verschiedenen Faktoren

  1. Sportlicher Erfolg in der Champions League
  2. Sportlicher Erfolg in der vergangenen Ligasaison des Landesverbandes
  3. Abschneiden der anderen Teilnehmer des Landesverbandes in der Champions League
  4. Höhe des TV-Vertrags der zwischen der UEFA und den Rechteinhabern im jeweiligen Land abgeschlossen wurden

Der Marktpool der jeweiligen Länder sieht derzeit wiefolgt aus:

 Der deutsche Marktpool-Anteil berechnet sich wiefolgt:

26.148.000 €: Verteilungsschlüssel

Der Verteilungsschlüssel orientiert sich an dem Abschneiden der Vereine in der letzten Bundesligasaison. Nehmen vier Mannschaften teil, bekommt (1.Platz: 40% / 2.Platz 30% / 3.Platz 20% / 4.Platz 10%).

26.148.000 €: Variabler Teil

Der andere Teil richtet sich nach den absolvierten Spielen in der aktuellen Champions League Saison. Der Anteil aller Spiele von deutschen Mannschaften bestimmt dann die Einnahmen aus dem variablen Teil

Beispielrechnung für Bayern München 2013/2014:

  • 1.Platz Saison 2012/2013 = 40% = 10.459.200
  • 38 Spiele aller deutschen Teilnehmer in der Champions League Saison 2013/2014, davon Bayern München 12 = 31,57…% = 8.257.000
  • Gesamt: ca. 18.716.000

Schlechtesten Falls verdient Bayer Leverkusen 2.614.350 € aus Market Pool 1 und 3.565.638 €  aus Market Pool 2 (Gesamt:. Bayern München bekommt bestenfalls 16.993.257 € aus Market Pool 1 und 7.725.545 € aus Market Pool 2 (Gesamt: 24.718.802 €). (Hier mehr zur Berechnung)

Faktor 3: Zuschauereinnahmen (10-36 Mio €)

Die Kalkulation der Zuschauereinnahmen ist schwierig und hängt stark von dem jeweiligen Verein ab. Während bei Bayern München schätzungsweise 6 Millionen Euro je Heimspiel eingenommen wird, wird Bayer Leverkusen möglicherweise gerade einmal die Hälfte verdienen. Die Dortmunder haben zwar ein größeres Stadion als die Bayern, die Bayern allerdings verkaufen wesentlich mehr VIP-Tickets und Logen. Bei einem Minimum von 6 Spielen beim Ausscheiden dürften Bayer Leverkusen aber zumindestens um die 10 Millionen Euro Zuschauereinnahmen generieren. Gewinnen die Bayern die Champions Leauge können es durchaus bei 6 Heimspielen um die 36 Millioneno Euro sein.

Faktor 4: Merchandising (0,5 -5 Mio €)

Eine weitere schwer kalkulierbare Einnahme sind die Absätze durch das Merchandising. Einige Vereine haben Sonderkollektionen, die nur ausgerichtet sind auf die Champions League. Auch wenn das Merchandising lediglich 5% des Gesamtumsatzes der Vereine ausmacht, und der Anteil der Champions League basierten Einnahmen nochmals deutlich geringer ist, so dürften sich aber auch hier weitere Einnahmen von bis zu 5 Millionen Euro drin sein.

Faktor 5: Sponsoring und Weiteres (2-10 Mio €)

Am schwersten abzuschätzen sind sicherlich die Prämien der Sponsoren für das Abschneiden in der Champions League. Es ist davon auszugehen, dass die großen Sponsoren nicht nur für den Gewinn der Champions Legaue enorme Prämien zahlen. Hinzu kommen möglicherweise weitere Möglichkeiten Sponsoren für sich zu gewinnen. Auch der Fanzuwachs gerade international wird enorm zunehmen. Der Wert dabei ist schwer zu beziffern.

Faktor 6: FIFA Klub WM und UEFA Supercup (0-5 Mio €)

Oft nicht beachtet aber durchaus ertragreich: Der Gewinn der Champions League berechtigt zur Teilnahme an der FIFA-Klub-WM und dem UEFA Supercup-Finale. Auch hier winken Einnahmen von bis zu 5 Mio €.

Zusammenfassung: Einnahmen bis zu 120 Mio € möglich

Fasst man diese grobe Kalkulation zusammen kommt man zu der folgenden Übersicht:

  1. Prämien (8,6 – 37,4 Mio €)
  2. Market Pool (6,18 – 24,72 Mio €)
  3. Zuschauereinnahmen (10-36 Mio €)
  4. Merchandising (0,5-5 Mio €)
  5. Sponsoring und Weiteres (2-10 Mio €)
  6. FIFA Klub WM / UEFA Supercup (0-5 Mio €)

Auch wenn die tatsächlichen Einnahmen abweichen würden und diese sogar höher sind und andere Einnahmen nicht berücksichtigt wurden wird deutlich: Es geht um eine Menge Geld!

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