DFB und Liga verabschieden neuen Grundlagenvertrag bis 2017

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Der DFB und der Ligaverband haben einen Grundlagenvertrag, der die wechselseitigen Rechte und Pflichten regelt, um weitere vier Jahre bis 30. Juni 2017 verlängert. DFB-Präsidium und Ligavorstand haben den Vertrag einstimmig verabschiedet. Der Ligaverband bleibt auch künftig Mitglied des DFB und wird dort in den Gremien vertreten.

Im Wesentlichen gibt der Vertrag dem Ligaverband das Recht, auch künftig eigenständig die Bundesliga und 2. Bundesliga zu organisieren und zu vermarkten. Der DFB regelt weiter die Zuständigkeit für die Nationalmannschaften und den DFB-Pokal, die Sportgerichtsbarkeit, das Schiedsrichterwesen und den Jugend-, Amateur- und Frauenfußball.

Interessant erscheinen insbesondere die Regelungen zu den Zahlungsverpflichtungen: In § 4 heisst es:

Der jährliche Pachtzins des Ligaverbandes und seiner Mitglieder berechnet sich aus den dem Ligaverband bzw. seinen Mitgliedern tatsächlich zugeflossenen Gesamteinnahmen aus der Vermarktung der zur Nutzung
überlassenen Rechte. Zu den Gesamteinnahmen gehören Einnahmen aus dem Eintr ittskartenverkauf sowieaus der Verwertung der Medienrechte, nämlich der Rundfunkrechte (Fernsehen undHörfunk etc.) sowie der Rechte aller anderen Bild und Tonträger, künftiger technischer Einrichtungen jeder Art (Online, Internet, etc.) und in jeder Programm! und Verwertungsform weltweit. Der Pachtzins aus die sen aufgeführten Einnahmen beträgt drei Prozent.“

Vereinbart ist außerdem, dass es neben Zahlungen des Profifußballs für die Inanspruchnahme von Schiedsrichterwesen, Sportgerichtsbarkeit und Anti-Doping-Maßnahmen weiterhin einen Zahlungsaustausch gibt (§ 4 II).

Auch die Erlöse aus der Vermarktung der A-Nationalmannschaft wird geregelt. § 5 III sagt:

für die Leistungen des Ligaverbandes gemäß Absatz 1 und Absatz 2 zahlt der DFB jährlich eine variable prozentuale Beteiligung zwischen 15 Prozent und 30 Prozent an seinen Einnahmen aus der Vermarktung der A-Natio nalmannschaft (TV!Rechte,Sponsoren, Eintrittsgelder etc.) an den Ligaverband.“

 

Als Kompensation für die Abstellung der Nationalspieler bekommt die Liga 50 Prozent an Überschüssen im Rahmen von Welt- und Europameisterschaften. Es ist außerdem vorgesehen, die Bundesliga-Stiftung mit jeweils 1,5 Millionen Euro am gemeinsamen Benefizspiel zu beteiligen, das alle zwei Jahre stattfinden soll.

Darüber hinaus ist eine Solidarabgabe der Liga an die Landes- und Regionalverbände in Höhe von einer Million Euro vorgesehen sowie eine freiwillige Entschädigung in Höhe von bis zu einer Million Euro für die Ausbildung jüngerer Lizenzspieler in den Amateurvereinen.

Zehn Millionen Euro werden außerdem in die Weiterentwicklung des DFB-Talentförderprogramms sowie die Einrichtung von Nachwuchs-Leistungszentren zur Stärkung des Jugendfußballs fließen. Zuschüsse des DFB an die Landesverbände zur Stärkung ihrer finanziellen Grundlage und damit zur Entlastung der Amateurklubs in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro wurde auch vereinbart.

Der Amateurfußball wird weiter an den Ticketing-Einnahmen der Profiliga beiteiligt. Die Bundesliga-Vereine führen jeweils zwei Prozent ihrer Einnahmen aus dem Verkauf der Eintrittskarten an den jeweiligen Regional/Landesverband ab, Vereine der 2. Bundesliga ein Prozent.

Stimmen zum Vertrag auf bundeliga.de:

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach:

„Der Grundlagenvertrag bleibt der nachhaltige Beweis für die Einheit und die Solidarität im deutschen Fußball. Dieses klare Bekenntnis für das Miteinander von Profis und Amateuren ist ein weltweit einzigartiges Erfolgsmodell.“

Dr. Reinhard Rauball, Präsident des Ligaverbandes:

„Die Liga steht zur Einheit des Fußballs in Deutschland. Für unser Modell des Grundlagenvertrages werden wir in Europa vielfach beneidet. Nur mit einer gesunden Basis kann auch der Spitzensport, wie man gerade in diesen Tagen sieht, erfolgreich sein – und umgekehrt. Vor diesem Hintergrund dürfen beide Seiten froh sein, für die kommenden Jahre Planungssicherheit zu haben.“

Hermann Korfmacher, 1. DFB-Vizepräsident Amateure

„Der Grundlagenvertrag bildet für die nächsten vier Jahre eine solide wirtschaftliche Basis, mit der wir die großen Herausforderungen annehmen können, vor denen der Amateurfußball auch aufgrund des demografischen Wandels steht.“

Gründer von Fussball-Geld.de. Studierter Jurist und Master im Sportmanagement. Interesse für Zahlen, Übersichten, Recht und wirtschaftliche Hintergründe im Fußball.

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