Hambuger SV – VfL Wolfsburg: Das Finale im Abstiegskampf

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Es handelt sich um einen Gastbeitrag von David Danilovic.

Wolfsburg-Hamburg

Am kommenden Samstag steigt in der Bundesliga das Saison-Finale, der 34. Spieltag. Es stehen noch ein paar Entscheidungen bezüglich der endgültigen Teilnehmer für die europäischen Wettbewerbe fest (was besonders für die finanzschwächeren Vereine große Implikationen hat), doch das eigentliche Finale findet dieses Jahr wieder im Abstiegskampf statt. Mit Darmstadt und Ingolstadt sind die direkten Absteiger schon fix, doch spannend wird es im Kampf um den Relegationsplatz bzw. in der Vermeidung des selbigen. Während Augsburg zwar noch zittern muss, haben die Bayern allerdings die beste Ausgangslage, denn das eigentliche Drama spielt sich woanders ab.

Volksparkstadion, Hamburg – dort treffen an diesem Wochenende der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg im direkten „Kellerduell“ aufeinander, um den Relegationsplatz unter sich auszuspielen. Dabei stehen die Hausherren mit 35 Punkten am schlechtesten da und brauchen zwingend einen Sieg, während den „Wölfen“ sogar Unentschieden und unter Umständen auch eine Niederlage reichen könnte. Explosive Spannung ist also vorprogrammiert und es ist davon auszugehen, dass die Hamburger von mehr als 50.000 frenetischen Fans angepeitscht werden für den Kampf bis zur letzten Minute. Auf Seiten der Hanseaten ist fraglich, ob Pierre-Michel Lasogga und Nicolai Müller ihrer Mannschaft helfen können, denn beide mussten zuletzt das Training vorzeitig abbrechen. Besonders bitter, da die Offensivabteilung des HSV an diesem Wochenende erst recht gefragt sein dürfte. Beim VfL hingegen steht höchstens hinter Ricardo Rodriguez ein Fragezeichen, der zuletzt mit Sprunggelenksproblemen zu kämpfen hatte. Nichtsdestotrotz werden beide Vereine starke Aufstellungen auf den Rasen schicken können, denn die Kader der beiden Teams sind eigentlich stark besetzt. Umso erstaunlicher, dass sich eben genau diese beiden nun im Abstiegsfinale befinden. Die Hamburger sind in diesem Spiel bei Experten und Buchmachern leicht favorisiert. So liegen sie z.B. bei 10bet mit einer Quote von 2.60 hauchdünn vor den Wolfsburgern mit 2.75 (Stand 17.05.), es ist also die sprichwörtliche „enge Kiste“ zu erwarten.

Für den HSV wäre eine etwaige Relegation nichts Neues, im Gegenteil könnte man (sehr zum Leidwesen der Fans) schon fast behaupten, dass sie in diesem Spielmodus schon fast „geübt“ sind. So hat man in den letzten 6 Jahren satte drei Mal in der Relegation antreten müssen (Saisons ‘11/’12, ‘13/’14 und ‘14/’15). Allerdings konnte man jeweils den Abstieg mit couragierten Leistungen vermeiden und so sollten man etwas befreiter am Samstag aufspielen können, als die Kontrahenten aus Niedersachsen. Für den „Dino“ der Bundesliga wäre der Abstieg jedoch alles andere als Wünschenswert, denn sie sind bekanntermaßen das letzte Gründungsmitglied der Liga, das noch nie(!) abgestiegen ist.

In Wolfsburg blickt man sicherlich weniger gelassen auf den Abstiegsgipfel, selbst wenn die Ausgangslage besser ist. Derzeitig auf dem 15. Tabellenplatz zu stehen und nun so ums Überleben kämpfen zu müssen, ist selbst wenn die Relegation vermieden wird, die totale Katastrophe. Mit einem geschätzten Marktwert von 154,00 Mio. € ist man unter den Top-6 der Liga, aber weit davon entfernt diese Qualität auch auf den Platz zu bringen. Neuzugang Mario Gomez ist mit seinen 16 Treffern einer der wenigen Lichtblicke in der Mannschaft und auch auf ihn wird es am Samstag ganz besonders ankommen.

Die Relegationsrunde zu vermeiden ist für beide Clubs oberste Priorität, es wird jedoch höchstwahrscheinlich einen von ihnen erwischen. Neben Schmach und Enttäuschung hätte ein drohender Abstieg nämlich ganz reelle, wirtschaftliche Konsequenzen. Nicht nur die Kartenverkäufe drohen in einem solchen Fall zurückzugehen, sondern ebenso der Anteil am Kuchen der TV-Gelder, das Gleiche gilt für sonstige finanzielle Mittel der DFL. Selbst für robustere Vereine wie den Hamburger SV und VfL Wolfsburg könnte dies ggf. verheerende Auswirkungen haben, umso wichtiger, dass diesen Samstag alles in die Waagschale geworfen wird.

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