Drei Fußballausrüster-Startups mit Vertical Brand-Ansatz

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Vertical Brands sind aktuell ein viel beachteter (Online-) Marketing-Ansatz, um neue, hoch-spezialisierte Marken vorzugsweise im Direktvertrieb zu etablieren. Das aktuell am häufigsten angeführte Beispiel für eine solche Vertical Brand liefert sicher das Matratzen-Startup Casper aus den USA. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt, die “ideale” Matratze für den besseren Schlaf zu liefern. Das Startup, das nur ein (!) Matratzenmodell im Sortiment hat, wurde von 22 Investoren in drei Finanzierungsrunden mit knapp 70 Millionen Dollar ausgestattet. Der Ansatz hat (nicht nur im Matratzen-Markt) viele “Nachahmer” gefunden. 

Drei Ausrüster aus dem Fußballmarkt setzen aktuell einen analogen direkt-to-Consumer Ansatz um. Dies sind die Österreichische Firma Bernstein Innovation GmbH, die unter dem Namen Zweikampf eine neue Schienbeinschoner-Marke etablieren will, sowie die Firmen Goalplay GmbH & Co. KG aus München und T1TAN GmbH aus Freiburg, die beiderseits mit Torwarthandschuhen reüssieren wollen.

Gemeinsam haben alle drei Player den Vertical Brand-Ansatz. Allerdings versuchen alle, ihre Marke auf unterschiedliche Art und Weise zu profilieren.

Die Schienbeinschoner-Marke Zweikampf.com setzt dabei auf neue Technologien und Individualisierung. Die Protektoren der Österreichischen Firma werden mittels 3D-Printern einfach ausgedruckt. Obwohl eine Crowdfunding-Kampagne via Kickstarter alles andere als erfolgreich war, klappte der Markteinstieg offenbar dennoch. Die Schienbeinschoner sind zum Preis von 139€ bzw. inkl. Individualisierung für 149€ im Onlineshop der Firma erhältlich.

Die Firma Goalplay des ehemaligen deutschen Nationaltorhüters Oliver Kahn will “Torspielern” helfen, “die Null zu halten”. Die Hilfe besteht darin, dass ein eigens von Kahn zusammen mit anderen Experten entwickelter Torwarthandschuh sowie Schulungsvideos für das Training der Torhüter offeriert werden. Um die Torwarthandschuhe herum, wird also ein themenrelevantes Content-Universum gestrickt. Dabei kann ein bekanntes Zugpferd wie Oliver Kahn, mit ausgewiesener Torwart-Expertise und sportlichen Erfolgen sicher sehr hilfreich sein.
Oliver Kahn erntete in den (sozialen) Medien viel Kritik, als er unmittelbar vor dem Kick-off des Startups via Facebook-Video vor einem FC Bayern-Logo posierend suggerierte, die anzukündigende Neuigkeit, um die es ginge, habe mit dem Rekordmeister zu tun.

Ebenfalls auf das Segment der Torwarthandschuhe hat es die Firma T1TAN GmbH aus Freiburg abgesehen. Das Stroytelling dieses Startups besagt, dass Gründer Matthias Leibnitz – seit 25 Jahren Torhüter – immer nur die Produktauswahl hatte zwischen überteuerten Markenartikeln und qualitativ minderwertigen Billigangeboten. T1tan bietet nach eigenen Angaben nun High-End-Handschuhe zum “normalen” Preis an. Mit dem Angebot von Individualiserungsoptionen will man darüber hinaus punkten.

Es wird spannend sein zu beobachten, ob jenseits der großen Player wie Adidas, Nike und Puma mit ihren tiefen Taschen voll mit Werbebudgets relevante Marken in spezialisierten Nischen entstehen können.

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